Haben es Frauen als DJs schwerer?
Shownotes
In dieser Folge des Podcasts HOT CUE stehen Oli und Stefan im Mittelpunkt und beleuchten ein brisantes, aber wichtiges Thema in der DJ-Branche: die Herausforderungen, denen weibliche DJs begegnen. Die beiden sprechen offen darüber, ob Frauen in der DJ-Welt tatsächlich benachteiligt sind – und teilen dabei ihre Sicht als männliche DJs. Gleich zu Beginn machen sie deutlich, dass sie sich der Sensibilität des Themas bewusst sind, aber dennoch ihre persönlichen Perspektiven einbringen möchten.
Die Episode startet mit einem kurzen Rückblick auf die vergangene Woche: Oli war unter anderem in Bordesholm und Dresden unterwegs, hat spannende Veranstaltungen besucht und sich intensiv mit anderen DJs und Technikherstellern ausgetauscht. Stefan berichtet von einem besonderen DJ-Gig und betont, wie wichtig die Verbindung zur tanzenden Menge ist – unabhängig von der Länge des Events.
Als das Gespräch in die Tiefe geht, wird klar: Es geht nicht um einfache Antworten, sondern um eine vielschichtige Betrachtung der Realität weiblicher DJs. Oli und Stefan sprechen über die Hürden, die Frauen im männlich dominierten DJ-Umfeld oft erleben, und reflektieren über bestehende Vorurteile. Dabei beleuchten sie sowohl Herausforderungen als auch Chancen – basierend auf eigenen Erfahrungen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Auch die Rolle gesellschaftlicher Erwartungen und die Auswirkungen der Gender-Debatte auf das Selbstbild von DJs werden thematisiert. Besonders kritisch diskutieren sie den Begriff „DJane“ und stellen die Frage, ob eine solche Unterscheidung überhaupt notwendig ist – oder eher kontraproduktiv wirkt. Zudem geht es um die These, dass weibliche DJs manchmal als „etwas Besonderes“ wahrgenommen werden – was einerseits Vorteile, andererseits aber auch eine problematische Sexualisierung mit sich bringen kann.
Die beiden Hosts betonen, wie wichtig Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung sind – sowohl auf Events als auch in den sozialen Medien. Stefan hebt hervor, dass es beim DJing nicht nur um Technik geht, sondern vor allem um Leidenschaft und Engagement – Eigenschaften, die geschlechtsunabhängig zählen.
Zum Schluss laden sie weibliche DJs ausdrücklich ein, ihre Erfahrungen zu teilen und sich aktiv in zukünftige Podcast-Folgen einzubringen. Die Episode endet mit einem Appell, Teil der DJ Allianz zu werden – um die Interessen der gesamten DJ-Community gemeinsam zu vertreten und weiterzuentwickeln. Freut euch auf kommende Episoden, in denen das Thema weiter vertieft wird.
Transkript anzeigen
Oli: Zu einer neuen Folge Hot Queue, dem Podcast der DJ Allianz e.V.
Oli: Und mit mir zusammen heute wieder mal der Stefan an Bord. Moin Stefan.
Stefan: Moin.
Oli: Und du sagst uns vielleicht, bevor wir in die Woche gehen, schon einmal,
Oli: worum es heute gehen wird.
Stefan: Ja, heute wird es ein sehr spannendes Thema gehen. Das Hauptthema wird sich
Stefan: darum drehen, ob es DJs oder weibliche DJs, wie auch immer man es dann nennen
Stefan: mag, in der Branche wirklich schwerer haben.
Stefan: Was so ungefähr alles damit zusammenhängt. Und Frau Beck, an dieser Stelle ist,
Stefan: glaube ich, auch erst mal wichtig zu sagen, wir beide sind natürlich Männer.
Stefan: Es wird einige Themen geben, die aus unserer Sicht halt wahrscheinlich auch
Stefan: schwer nachvollziehbar sind.
Stefan: Trotzdem finden wir es wichtig, mal über das Thema zu sprechen.
Stefan: Und vielleicht haben wir in Zukunft mal die Möglichkeit, auch mit einer weiblichen
Stefan: DJ oder DJn, wie auch immer sie dann genannt werden möchte, darüber zu diskutieren.
Stefan: Aber bevor es losgeht, reden wir erstmal über unsere letzte Woche.
Stefan: Und Olli, da darfst du jetzt mal anfangen.
Oli: Ja, ich beginne damit, dass es tatsächlich wichtig ist zu erwähnen,
Oli: dass wir, also falls es nicht jeder festgestellt hat, wir sind tatsächlich männlichen Geschlechts.
Oli: Wir haben innerhalb der letzten Woche keine Umwandlung durchgeführt und ja,
Oli: was gab es sonst so zu berichten aus meiner Woche?
Oli: Ich bin am Dienstag auf dem Weg nach Bordesholm gewesen,
Oli: habe stellvertretend für den Berufsverband auch natürlich teilgenommen,
Oli: um uns zu repräsentieren, um natürlich auch Leute wiederzusehen,
Oli: die wir länger nicht gesehen haben oder auch kürzlich erst gesehen haben,
Oli: wie Beispiel Bad Segeberg in der Vorwoche.
Oli: Auch da waren einige Kollegen anwesend, hat mich sehr gefreut.
Oli: Auch anwesend waren ein paar Hersteller wie Björn von Chevy DJ,
Oli: die Jungs Jascha und Oleg von Don't Panic, waren auch ganz interessante Gespräche,
Oli: die wiederzusehen und noch viele mehr.
Oli: Und dementsprechend bin ich natürlich auch herzlich gern im Auftrag der DJ-Allianz,
Oli: der Einladung von Peter Herrmann und Wolfgang Breuer gefolgt und möchte mich
Oli: an der Stelle auch nochmal bedanken für das nette Event.
Oli: Das war wirklich schon für mich auch was Neues, weil es ein anderes Konzept
Oli: ist als das, was ich sonst so im Alltag erlebe und das durchaus interessant war.
Oli: Für alle, die es interessiert, die schauen bei uns auf der Webseite den Nachbericht
Oli: an oder die News-Folge, die mittlerweile dann erschienen sein sollte.
Oli: Und ja, weiter ging es am Mittwoch. Für mich ging es direkt von Bordesholm weiter nach Dresden.
Oli: Denn auch da haben wir teilgenommen, also habe ich teilgenommen,
Oli: stellvertretend für ein Wir sozusagen.
Oli: An der Alpha-Teta-Tour genau genommen hat die Station gemacht im Musikhaus Korn in Dresden.
Oli: Und auch das war ein sehr spannender Abend, weil das mal aus der Perspektive
Oli: des, was ist Matthias, Produktspezialist für AlphaTeta-Pione DJ.
Oli: Und da auch tatsächlich mal so die Einblicke zu bekommen aus Sicht des Herstellers,
Oli: wie man sowohl die Software als auch die Geräte optimal bedient.
Oli: Denn das wirft ja oft ab und zu mal Fragen nicht nur bei Pioneer und AlphaTeta
Oli: auf, sondern eben auch bei anderen, die sich dann zum Beispiel bei Engine über
Oli: Dinge beschweren, die dann auf fehlerhafte Bedienung zurückzuführen sind.
Oli: Und von daher ist es ganz gut, die Einblicke mal direkt vom Hersteller zu bekommen. War ein cooler Abend.
Oli: Auch habe ich mich da mit Moritz Gressler getroffen zu einem persönlichen Gespräch,
Oli: unser Area Manager für Sachsen.
Oli: Und genau, das war für mich so ein Grund der Reise natürlich nach Dresden.
Oli: Zum anderen habe ich es gleich verbunden mit einer privaten Angelegenheit, denn wir,
Oli: ich, ich, wir, ich habe mitgefeiert, wir hatten was zu feiern,
Oli: ganz enge Freunde von mir, Stefan, die kennst du auch oder hast sie kennengelernt
Oli: auf einem speziellen Anlass.
Oli: Er markiert mir die fünf Minuten schon wieder. Genau, wir hatten zu feiern,
Oli: dass diesejenigen Freunde von mir einen ganz besonderen Preis gewonnen haben,
Oli: nämlich die Kochsternstunden im sächsischen Raum sind damit Doppelbelegung Platz 1 geworden.
Oli: Das haben wir natürlich mit gefeiert und da wurde es ein doch noch recht feuchtfröhlicher
Oli: für mich mit Cola bedienter Abend gewesen.
Oli: Und der Rest der Woche war geprägt von Büroarbeit, von Vorbereitung für ProLight
Oli: & Sound, Kommunikation, Abwicklung mit Herstellern, Kooperationspartnern und Co.
Oli: Das weite ich jetzt nicht zu sehr aus, denn ich habe meine fünf Minuten laut
Oli: Stefan wahrscheinlich schon überschritten.
Stefan: Ich bin mir nicht ganz sicher, weil ich nicht auf die Uhr geschaut habe.
Oli: Mach mich doch nicht so verrückt damit hier. So, jetzt stopp ich die Uhr.
Stefan: Mein Freund. Ja, stopp mal die Uhr, jetzt bin ich mal gespannt. Ja, wie war meine Woche?
Stefan: Meine Woche war auch sehr geprägt von der DJ-Allianz.
Stefan: Also ich muss wirklich sagen, das ist mittlerweile wirklich so zeittechnisch
Stefan: mehr als nur ein Hauptjob, alles für die DJ-Allianz zu erledigen.
Stefan: Anfangs der Woche habe ich mich viel um das Thema Workshops gekümmert,
Stefan: da wird also in Zukunft dann jetzt auch endlich mal einiges released.
Stefan: Weiter in der Woche ging es dann um Detailplanungen für die PoloLight & Sound, auch bei mir.
Stefan: Ich war diese Woche nicht unterwegs für irgendwelche Crossfades oder so,
Stefan: das hat mir Olli tatsächlich dankenswerterweise abgenommen.
Stefan: Dafür bin ich diese Woche dann wieder unterwegs, da hört ihr dann im nächsten
Stefan: Podcast ein bisschen was drüber.
Stefan: Ansonsten hatte ich am Wochenende auch ein Gig, wo ich euch mal ein bisschen
Stefan: was drüber erzählen wollte.
Stefan: Ich habe auf meinem eigenen Instagram-Kanal da auch schon eine Story drüber gesprochen.
Stefan: Es war eine sehr spannende Geschichte, mal abgesehen davon, dass ich am Samstag
Stefan: den ganzen Tag mit der Feuerwehr unterwegs war, von morgens um 8 bis nachmittags
Stefan: um 4, ja, eigentlich schon eher 5, war das dann auch irgendwie ein langer, anstrengender Tag.
Stefan: Ich habe mich dann danach nochmal kurz hingelegt und hatte einen relativ entspannten
Stefan: Job, weshalb ich auch das mit der Feuerwehr gemacht habe, sonst hätte ich das gar nicht zugesagt.
Stefan: Da war ich quasi als Helfer bei einer Ausbildung mit dabei. Ähm,
Stefan: Ja, auf jeden Fall habe ich Samstagabend dann aufgelegt auf einem Geburtstag, 60.
Stefan: Geburtstag und musste auch erst um 22 Uhr anfangen, also relativ entspannt und
Stefan: war bis um 2 Uhr gebucht, also auch nicht besonders lange.
Stefan: Aber ich habe relativ schnell gemerkt, das wird nicht so lange gehen heute.
Stefan: Also am Anfang waren die Leute noch sehr am Erzählen. Da hast du es so gemerkt,
Stefan: die brauchen so ein bisschen auch ihre Zeit. Du kannst jetzt noch nicht mit der Party anfangen.
Stefan: Da habe ich so ein bisschen Backgroundmusik gespielt und bin dann irgendwann,
Stefan: habe ich gemerkt, okay, jetzt müssen wir zur Party übergehen,
Stefan: sonst gibt es keine mehr heute.
Stefan: Dann bin ich zu dem Auftraggeber gegangen und habe gesagt, wir müssen jetzt anfangen.
Stefan: Und dann hat er gesagt, ja. Und dann habe ich Licht ausgemacht, habe angefangen.
Stefan: Und da habe ich wirklich zwei Stunden Vollgas-Party, zwei Stunden die Tanzfläche
Stefan: voll gehabt. Und die haben wirklich richtig gefeiert.
Stefan: Und dann war halt kurz nach zwölf, so halb eins ungefähr, und dann sind alle Leute gegangen.
Stefan: Also waren dann wirklich nur noch fünf Leute oder so, waren dann noch da.
Stefan: Mit denen haben wir dann noch irgendwie eine halbe Stunde ein bisschen gefeiert.
Stefan: Und um ein Uhr war dann wirklich Feierabend. Und das hat mir wieder was gezeigt.
Stefan: Früher dachte ich immer, je länger die Party, desto geiler der DJ.
Stefan: Und das ist einfach Bullshit. Weil das war eine ultrageile Party.
Stefan: Die hatten alle super Spaß. Die haben sich mega bedankt für die gute Musik.
Stefan: Die haben genau das bekommen, was sie erwartet haben. Wahrscheinlich auch noch
Stefan: ein bisschen mehr, weil die wirklich ausgelassen gefeiert haben.
Stefan: Du hast denen richtig angesehen, wie die sich gehen lassen, wie die richtig
Stefan: emotional auch getanzt haben.
Stefan: Das ist das, was mir persönlich am meisten gefällt, wenn ich merke,
Stefan: dass die Leute sich richtig gehen lassen.
Stefan: Und das haben die getan. Und die sind wirklich gegangen, haben sich bedankt
Stefan: für die gute Musik. Es war ein cooler Abend.
Stefan: Und es war kurz und es war trotzdem geil. Also macht euch nicht verrückt,
Stefan: wenn ihr mal einen Abend dabei habt, der nicht so lange geht.
Stefan: Wenn die Leute zufrieden sind und haben getanzt und gefeiert, dann ist alles gut.
Stefan: Das ist das, was ich eigentlich damit auf den Weg geben möchte.
Stefan: Es muss nicht immer die Party bis um 5 Uhr morgens oder so gehen. Das muss nicht sein.
Stefan: Und jetzt würde ich sagen, starten wir mit unserem doch relativ komplexen, schwierigen Thema.
Stefan: Nämlich ein Thema, was auch unter DJs, egal ob männlich oder weiblich,
Stefan: immer wieder sehr kontrovers diskutiert wird. Nämlich, ob es Frauen in der Branche
Stefan: leichter haben oder schwerer haben.
Stefan: Da gibt es völlig unterschiedliche Ansichten. Olli und ich haben uns überhaupt
Stefan: nicht im Vorfeld darüber unterhalten.
Stefan: Und ich bin jetzt auch einfach mal gespannt auf die Meinung von Olli.
Stefan: Aber ich denke relevant ist das Thema schon um mal drüber zu sprechen wie wir
Stefan: das zumindest aus unserer Sicht so wahrnehmen und ich glaube da ist auch wichtig zu sagen,
Stefan: dass es natürlich da auch andere
Stefan: Ansichtsweisen geben kann und wir die auf jeden Fall auch respektieren,
Stefan: das kann natürlich also es ist halt auch einfach ein Thema was auch ein bisschen
Stefan: politisch werden könnte und das wollen wir natürlich eigentlich immer in unserem
Stefan: Podcast oder in unseren Themen vermeiden.
Stefan: Ich glaube, bei dem Thema ist es nicht ganz so einfach.
Stefan: Trotzdem wollen wir es in einer guten Diskussion halten.
Stefan: Olli, erzähl mir doch einfach mal, wie nimmst du das denn wahr, so ganz allgemein?
Oli: Ja, wenn wir jetzt wirklich, wie du sagst, die Politik mal außen vor lassen.
Oli: Ich denke, wir können es sogar schaffen, das politisch ein bisschen abzugrenzen.
Oli: Wenn ich jetzt rein subjektiv dran denke, dann muss ich ganz ehrlich sagen,
Oli: ich sehe weder vor noch Nachteile, also direkte grobe Vor- oder Nachteile,
Oli: ob nun ein weiblicher oder ein männlicher DJ.
Oli: Es gibt bestimmte Nuancen, die sich da ändern und letztendlich ist das, was wir ja tun,
Oli: auch nicht in einer, wie soll ich sagen, nicht in einer Genderifizierung oder
Oli: sonst dergleichen festhaltbar, weil es geht grundsätzlich immer um Emotionen,
Oli: die haben Männer und Frauen nicht immer gleichermaßen, ist klar.
Oli: Und es geht um ein Handwerk, das bis auf Aufbau, Abbau und Co.
Oli: Jetzt weniger das absolut Körperliche ist.
Oli: Und grundlegend begrüße ich jede weibliche DJ, die in der Branche dazustößt.
Oli: Das ist so mein Fazit.
Oli: Und was ich in dem Moment auch noch unterstreichen möchte ist,
Oli: weil das immer öfter mal so zur Diskussion kommt, ich habe grundlegend gar nichts
Oli: gegen Frauen als DJ hinterm Pult und auch nicht in der gesamten Veranstaltungsbranche.
Oli: Im Gegenteil, ich würde mir mehr davon wünschen.
Stefan: Das kann ich, gerade den letzten Satz, den kann ich ganz besonders auch so unterstreichen
Stefan: und würde mir auch, also es wäre mir auch wichtig, dass man es schafft,
Stefan: mehr Frauen für unsere Branche zu begeistern.
Stefan: Im Umkehrschluss muss ich aber auch sagen, bei mir fängt es da schon mit dem
Stefan: Problem an der Benennung also wie nennt man jetzt eine weibliche.
Stefan: DJ DJ, wie auch immer weil DJn ist ja mehr oder weniger eine Art,
Stefan: ja ich will jetzt nicht sagen Modebegriff, aber der Begriff DJn ist tatsächlich
Stefan: sogar unter DJns oder weiblichen DJs,
Stefan: Total umstritten.
Stefan: Und da fängt das Problem, also der Kern eigentlich schon an,
Stefan: weil man ja gar nicht weiß, wie soll man sie jetzt eigentlich nennen.
Stefan: Und viele Frauen finden es halt insgesamt auch als unnötig, diese weibliche
Stefan: Sonderform zu haben, weil...
Stefan: Und man sagt ja schließlich auch nicht Malerin zu jeder Malerin im Alltag.
Stefan: Jetzt sind wir aber gerade und deswegen habe ich vorhin auch gesagt,
Stefan: es wird schwierig, da nicht politisch zu werden oder zumindest das mal kurz
Stefan: anzureißen. Ich will jetzt auch nicht ewig über Politik sprechen.
Stefan: Aber jetzt ist es ja schon so, dass wir aktuell in einem Zeitalter leben,
Stefan: in dem das Thema Gendern sehr krass auch medial vertreten ist und es ja doch
Stefan: irgendwie wichtig ist, noch eine weibliche Form.
Oli: Das ist ja noch nicht politisch, das ist ja gesellschaftlich.
Oli: Das eine aus dem gesellschaftlichen heraus wurde es dann politisch und ich bin
Oli: der Meinung, deswegen habe ich es bewusst vorhin so gesagt.
Stefan: Ich bin der Meinung.
Oli: Wo wir uns bewegen in dem Diskurs jetzt gerade, das ist gesellschaftlich und
Oli: politisch wäre es dann, wenn wir jetzt über irgendwelche Regelungen oder sonst irgendwas sprechen,
Oli: warum weibliche DJs anders als männliche DJs in den Reglementierungen wären.
Stefan: Aber es ist insofern gesellschaftlich und dann politisch geworden,
Stefan: ich glaube da kann ich dir sogar recht geben,
Stefan: aber ich weiß nicht, ob ich da in einer komplett anderen Bubble unterwegs bin,
Stefan: aber in meinem Umkreis oder so kenne ich kaum jemanden, selbst weibliche Personen,
Stefan: die dieses Gendern befürworten,
Stefan: sondern eigentlich primär ist so der Turnus so, nee das ist alles übertrieben,
Stefan: das brauchen wir alles nicht.
Stefan: Und ich persönlich bin auch, und das ist jetzt nur meine eigene Meinung,
Stefan: der vollen Überzeugung, wenn ich, bleiben wir mal bei dem Beispiel Maler ganz
Stefan: kurz, wenn ich jetzt sage, ich brauche einen Maler,
Stefan: dann ist für mich die weibliche Malerin da mit inbegriffen, weil das Wort Maler
Stefan: für mich kein unbedingt männliches Geschlecht beschreibt, sondern die Tätigkeit an sich.
Stefan: Und das ist für mich beim DJ, und so war ich schon immer eingestellt, genauso.
Stefan: Also ob der DJ weiblich oder männlich ist, ist mir wurscht.
Stefan: Das Wort heißt nun mal DJ, ich buche einen DJ, ich brauche einen DJ.
Stefan: Da ist für mich das weibliche Geschlecht eigentlich, ohne dass ich darüber spreche
Stefan: und ohne dass ich es explizit erwähne, einfach mit inbegriffen.
Stefan: Und das finde ich so ein bisschen schwierig, weil es hier irgendwie,
Stefan: gerade weil dieser Begriff DJ, also dieses Anhängen, dieses AIN, also A-N-E,
Stefan: ja einfach nur irgendwie, ja, erstellt wurde, sage ich mal, um auch irgendwie
Stefan: eine weibliche Form für den DJ zu haben.
Stefan: Wobei der DJ für mich nicht, also der hat für mich kein Geschlecht erst mal,
Stefan: ja, sondern der kriegt sein Geschlecht, nachdem wer diese Aufgabe dann verkörpert, ja.
Stefan: So sehe ich das halt.
Oli: Genau und ich würde, wie gesagt, jetzt nochmal differenzieren und deswegen brauchen
Oli: wir keine Angst haben, hier irgendwie in die politische Diskussion auszuatmen,
Oli: weil in dem Rahmen, wo wir uns bewegen, ist es ein gesellschaftliches Thema.
Oli: Wir werden kaum Kontaktpunkte in unserem Bezug, wie wir heute darüber sprechen,
Oli: jetzt zur Politik haben.
Stefan: Ja gut, dann lass ich es auch gar nicht vertiefen.
Oli: Aber das Gesellschaftliche, was ich jetzt sagen wollte, ist halt das,
Oli: wie du es schon beschrieben hast,
Oli: dass letztendlich diese Art und Weise, wie man mit diesem Thema jetzt in der Gesellschaft umgeht,
Oli: daher rührt, dass bestimmte, ich nenne es mal wie bei anderen Themen auch, bestimmte Gruppen,
Oli: teils auch Minderheiten, ob das jetzt dann noch in die sexuellen spezifischen
Oli: Richtungen geht, Sei jetzt mal dahingestellt, aber aus den Minderheiten heraus
Oli: sind es selten diejenigen selbst,
Oli: die solche Bewegungen lostreten, sondern es sind übermäßig engagierte,
Oli: würde ich manchmal sagen,
Oli: neutrale oder Außenstehende, die das zum Thema machen.
Oli: Hey, das ist eine Minderheit, die müssen wir jetzt unterstützen.
Oli: Und aus solchen Bewegungen heraus, die schaffen es dann oftmals natürlich auch,
Oli: große gesellschaftliche Themen daraus zu machen.
Oli: Und dann springen immer nach und nach welche auf den Zug auf und dann immer
Oli: mehr, die eigentlich damit gar keinen Bezug haben.
Oli: Und ganz schnell, das ist ein ganz schmaler Grat,
Oli: wird es dann eben so, dass das Ganze kippt, dass es zu viele werden,
Oli: die das auf einmal überhypen,
Oli: auf Deutsch gesagt, dass den meisten Leuten, genau der Punkt,
Oli: den du gerade sagtest, den Leuten das dann irgendwie entweder auf den Zünder
Oli: geht oder die Leute sagen, hey, also eigentlich habe ich da noch nie einen Unterschied gemacht
Oli: und den wirklichen, ich sage mal, das wirkliche Kernproblem,
Oli: über das wir uns jetzt auch noch unterhalten, ist die schleichende Emanzipation.
Oli: Und da gehe ich jetzt wirklich so in das Thema Männlein, Weiblein rein.
Oli: Die Emanzipation, dass bei vielen teils übermäßig Herren die,
Oli: Einstellung auch vorherrscht, die Frau hat bestimmte Aufgaben zu erledigen oder
Oli: die Frau wird in bestimmte Cluster eingeordnet wie Herd, Haushalt und Co.
Stefan: Ist das noch so?
Oli: Wir haben es leider sehr häufig noch vertreten und da mache ich keine regionalen
Oli: Unterschiede, sondern das gilt im gesamten Gebiet und das hört man manchmal,
Oli: Was heißt manchmal auch seltener werden, weil nicht mehr alle sich so damit
Oli: raustrauen, aber man hört es als erstes eigentlich in der Ironie oder bestimmten
Oli: Witzen, die dann die Leute immer so äußern.
Stefan: Ja, aber da muss ich ganz ehrlich sagen, muss ich reinkretschen,
Stefan: weil ich finde, dass man da mal einen Witz drüber macht oder so,
Stefan: bedeutet ja nicht gleich, dass man diese Einstellung hat.
Stefan: Das finde ich sowieso in unserer Gesellschaft aktuell auch ein bisschen kritisch,
Stefan: dass der Humor nicht mehr, dass das immer gleich so ernst genommen wird,
Stefan: weil man kann durchaus mal, finde ich, ein Witzchen oder so über sowas machen,
Stefan: aber muss nicht der Meinung sein. Es geht ja darum.
Oli: Dass dann hinterher alles damit legitimiert wird. Es war ja nur ein Witz.
Stefan: Das ist halt auch falsch. Aber grundsätzlich, also ich nehme das so in meinem
Stefan: Umfeld zumindestens wahr, dass
Stefan: das kein Thema mehr ist und es ist auch für mich eigentlich kein Thema.
Stefan: Ich bin zwar ein Mensch, der sehr, und da kann ich auch mal offen drüber sprechen hier im Podcast,
Stefan: ich bin sehr konservativ eingestellt in sehr, sehr vielen Themen und bin auch
Stefan: der Meinung, dass es zum Beispiel wichtig ist, dass zumindest ein Elternteil,
Stefan: wenn ein Kind auf die Welt kommt,
Stefan: sich eine lange Zeit um das Kind kümmert. Und wer das letzten Endes ist, ist wurscht, finde ich.
Stefan: Also das kann die Mutter sein, das kann aber genauso gut auch der Vater sein.
Stefan: Und dass derjenige, der dann zu Hause ist, sich auch um den Haushalt primär
Stefan: kümmert, das versteht sich, finde ich, dann von selbst.
Stefan: Aber ich bin auch der Meinung also es ist ja Quatsch, also für mich kann eine
Stefan: Frau genauso gut einen LKW fahren wie ein Mann auch und genauso gut kann sie
Stefan: auch auflegen aber da kommen wir jetzt auch genau an diesen Punkt und das ist
Stefan: so eine Wahrnehmung und das ist ja nicht von der Hand zu weisen,
Stefan: dass man es doch häufiger mal hat, dass halt eine Dame,
Stefan: leicht begleitet hinterm DJ-Pult steht und dann ein fertiges Set ablaufen lässt
Stefan: und es gar nicht darum geht Bist du schon.
Oli: Einen Schritt zu weit. Ich wollte gerne ein Stück vorher einsteigen.
Stefan: Ja, das kannst du dann gleich machen. Und es gar nicht darum geht,
Stefan: dass jetzt die DJ hier Musik abspielt, sondern es tatsächlich wirklich sehr sexualisiert wird.
Stefan: Das ist nicht allgemein so. Es gibt auch andere Beispiele.
Stefan: Wenn ich mal Charlotte de Witt oder so nehme, zum Beispiel, um jetzt mal auf
Stefan: die großen oder größeren Namen zu gehen, da ist es ja das krasse Gegenteil.
Stefan: Also die sieht zwar natürlich auch hübsch aus, Aber bei der merkst du halt auch
Stefan: einfach, die hat auch diese Passion, die hat die Leidenschaft zur Musik.
Stefan: Das ist eine ganz andere Nummer, aber wenn dann halt hier irgendwie eine Paris
Stefan: Hilton plötzlich meint, sie muss als DJ durch die Gegend touren. Ja, es ist halt so.
Oli: Oh, du machst euch alle Fässer auf.
Stefan: Ja, sorry, ich muss jetzt mal ganz kurz mit der Fabkan durch den Raum laufen,
Stefan: um das Thema mal spannend zu machen für die Zuhörer.
Stefan: Aber das ist halt einfach, ja, es ist halt einfach das, was man auch wahrnimmt.
Stefan: Und es sind die negativen Teile, die dann natürlich auch dazu führen,
Stefan: dass das Kollegium wahrscheinlich, und ich glaube, da haben es DJs wahrscheinlich sogar schwerer,
Stefan: eher weniger Support geben, weil sie einfach auch mehr Konkurrenz verspüren.
Stefan: Weil man da auch so hilflos am Ende ist. Weil ich habe halt keine,
Stefan: ich kann jetzt das Wort nicht aussprechen, weil wir jetzt unser Podcast wahrscheinlich
Stefan: geclaimt haben, aber ich habe halt keine große Oberweite.
Stefan: Sondern ich bin derjenige, der mit dem Waschbärbauch hinterm DJ-Pult steht.
Oli: Ja, du hast jetzt gerade, wie gesagt, schon mehrere Fässer zugleich aufgemacht.
Oli: Ich würde nämlich, bevor es in die Schiene reingeht,
Oli: was du jetzt gerade mit den Damen hinterm Pult assoziiert hast oder wie du es
Oli: beispielhaft jetzt gesagt hast mit Paris Hilton und wie heißen sie noch hier,
Oli: Nadja Abdel, Farag und Co., die sich da alle irgendwie mal haben hinstellen lassen.
Oli: Kurz vorab schon als Teaser, also da reden wir jetzt über ganz plumpes Marketing
Oli: auf einer ganz anderen Ebene, warum das dazu geführt hat.
Oli: So, jetzt aber der Punkt, zum Thema Wahrnehmung und Gleichschaltung in der Darstellung bei Männern.
Oli: Ich würde jetzt den Bezug zu dem Thema gerne mal dahingehend herstellen,
Oli: indem ich dir die Frage stelle, was passiert oder was würde denn passieren,
Oli: wenn ich jetzt 100 DJs frage, also 100 männliche DJs.
Oli: Und wenn ich die jetzt frage, was hältst du denn von einer Frau hinterm Pult,
Oli: Dann erwarte ich, und das ist jetzt nur rein hypothetisch, dann erwarte ich
Oli: mindestens die Hälfte, die mir sagt, okay, halte ich für schwierig.
Oli: Weil das geht ja nicht nur mit dem Musikgefühl einher,
Oli: sondern es geht ja auch damit einher, dass viele Männer, das müssen wir ganz
Oli: klar so sagen, viele Männer immer noch diese Meinung vertreten oder verinnerlicht haben,
Oli: dass Frauen sich nicht allzu gut technisch versieren können oder vielleicht
Oli: nicht das technische Verständnis haben aus der Historie.
Oli: Und da, weil ich das aus Gesprächen tatsächlich auch immer wieder mal so durchblicken sehe,
Oli: dass ich dann, wenn wir über Mischpulte sprechen, über bestimmte Kanalfeder,
Oli: über Attribute von bestimmten Federn oder sonst irgendwas,
Oli: dass dann...
Stefan: Aha, okay, gut.
Stefan: Okay, gut. wie sie ihren Computer richtig bedienen.
Stefan: Ja, also das gibt es bei Männern ja genauso wie bei Frauen. Also ich glaube,
Stefan: das ist wurscht, das ist irrelevant.
Stefan: Und ich glaube, oder das, was ich jetzt tatsächlich auch ergänzen muss,
Stefan: ist, den Satz, den ich am häufigsten höre, wenn ich mit Kollegen über das Thema
Stefan: DJs spreche, ist nicht, sehe ich kritisch,
Stefan: sondern es ist direkt dieser Satz, naja, wenn sie auflegen kann, dann gerne.
Stefan: Also es geht gar nicht um die Technik, Sondern es geht darum,
Stefan: wenn sie auflegen kann, also wenn sie wirklich Übergänge hinkriegt, dann gerne.
Oli: Ja, aber dieser Satz, da schwingt doch schon was mit.
Oli: Und da schwingt genau das mit, was du nämlich vorhin schon mal voll reingeballert
Oli: hast, nämlich solange da keine Paris Hilton auftaucht.
Oli: Und woher kommt das? Natürlich aus der Wahrnehmung, aus den Medien und so weiter und so fort.
Oli: Aber dieses Stigma, das haben wir heute noch ganz aufvertretend.
Oli: Ich versuchte das, ich kann es jetzt nicht aus der Luft greifen,
Oli: weil wir haben uns ja auch nicht vorbereitet hier drauf.
Oli: Aber ich versuchte, das ist mal bestmöglich zu erklären, was ich meine.
Oli: Die grundsätzliche Einstellung ist ähnlich wie bei einem, ich sag mal, Kfz-Mechatroniker.
Oli: Wenn ich 100 Leute frage, wen
Oli: hältst du für geeigneter? eine Frau als Kfz-Mechatronikerin oder ein Mann.
Oli: Dann werden mir bestimmt über die Hälfte antworten, naja, ich glaube eher der Mann.
Oli: Aber das liegt nicht daran, dass die Frau per se damit runtergestellt wird,
Oli: sondern es liegt eher daran, dass ich glaube, in der Gesellschaft ist die Erwartung,
Oli: dass es mehr Männer gibt, die sich mit dem Thema auskennen,
Oli: Obwohl es die Frau genauso gut könnte, aber die Erwartung in der Gesellschaft
Oli: ist, dass es mehr Männer gibt, die sich wahrscheinlich in ihrem Leben mit Autos
Oli: beschäftigt haben als Frauen.
Stefan: Oder ist es auch so?
Oli: Und genauso ist es auch beim Musikmachen. Und weil wir ja mittlerweile zum einen
Oli: nicht nur die Musik an sich im Thema haben, sondern auch die Technik drumherum,
Oli: ist diese Wahrnehmung, glaube ich, ähnlich vergleichbar.
Stefan: Oder es ist tatsächlich so, dass die Kunden, die jetzt einen DJ suchen,
Stefan: um mal beim DJ zu bleiben, einen DJ suchen, weil sie sich über das Schlecht
Stefan: gar keine Gedanken gemacht haben.
Stefan: Das ist die Erfahrung, die ich zum Beispiel mache bei uns jetzt und da gehen
Stefan: wir jetzt natürlich weg von großen Bühnen, sondern sind jetzt bei dem typischen
Stefan: Hochzeits-Event-DJ und wir haben ja einen DJ im Team,
Stefan: die übrigens zukünftig auch bei der DJ-Allianz Teilzeit eingestellt sein wird.
Stefan: Und da die Assistenz des Vorstands machen wird.
Stefan: Da habe ich ganz oft die Erfahrung, wenn ich dann mit dem Kunden spreche und
Stefan: sage, ja, wäre für euch auch eine weibliche DJ in Ordnung, also eine DJ,
Stefan: ach ja, klar, da haben wir uns gar keine Gedanken drüber gemacht.
Stefan: Also der normale Kunde macht sich da in der Regel wahrscheinlich keine Gedanken drüber.
Stefan: Er sagt halt, er sucht einen DJ, weil er halt einen DJ haben will.
Stefan: Er will jemanden, der die Aufgabe erledigt.
Stefan: Eben Umkehrschluss, nee, das Fass kann ich jetzt noch nicht aufmachen,
Stefan: sonst geht es wieder richtig rund.
Oli: Lass uns, genau, lass uns erstmal da bleiben. Aber ich gebe dir grundlegend
Oli: recht, dass gerade im mobilen Segment, also da, wo wir uns im Schwerpunkt befinden,
Oli: da macht es glaube ich auch im Vornherein kaum einen Unterschied.
Oli: Weil die Leute, wie du schon sagst, nach einem DJ suchen.
Oli: Und bei Hochzeiten sehe ich jetzt sogar noch einen Sonderfall.
Oli: Da glaube ich sogar fest daran, ich habe den Fall selber nicht erlebt,
Oli: weil ich bei mir im Umkreis auch leider keine weibliche DJ habe.
Oli: Ich glaube fest daran, dass es einige Bräute da draußen gibt,
Oli: die sich sogar explizit, wenn sie die Wahl haben, für eine weibliche DJ entscheiden.
Oli: Und ich persönlich sehe die Vorteile sogar darin,
Oli: dass, das ist jetzt auch wieder ein bisschen stigmatisiert, aber ich sehe sogar
Oli: das Einfühlungsvermögen einer Frau auf so einer Veranstaltung als sogar noch
Oli: besser als das manch eines Mannes. Nicht jedes, aber manch eines.
Oli: Und das Auge für die Feinheiten, so bestimmte emotionale Situationen.
Oli: Ein DJ, ein weiblicher DJ, der sich noch mehr in eine Braut hineinversetzen
Oli: kann, ist glaube ich sogar was Gutes für eine Hochzeitsveranstaltung.
Stefan: Ich glaube tatsächlich, dass es genau umgekehrt ist, dass sich viele Bräute
Stefan: dagegen entscheiden, DJing zu buchen.
Oli: Ja, ich weiß, warum du das sagst. Die Idee kommt mir auch gerade.
Stefan: Die Konkurrenz wird gewittert. Also nicht dem Mann gegenüber.
Stefan: Ich glaube, da hat jede, die einen Mann heiratet, sollte so viel Vertrauen ihrem Mann gegenüber haben.
Stefan: Aber eine andere Frau auf der Feier, die dann im Mittelpunkt steht? Schwierig.
Oli: In der Tat, soweit habe ich noch gar nicht gedacht, du hast recht.
Stefan: Also ich glaube, dass es da in unserer Branche vielleicht die Frauen hin und
Stefan: da auch mal ein bisschen schwieriger haben könnten, also wirklich auch schwieriger
Stefan: haben könnten, als wir Männer.
Stefan: Und ich muss jetzt, jetzt muss ich das fast halt ganz öffnen,
Stefan: es tut mir echt leid, aber ich muss das jetzt, jetzt muss ich,
Stefan: jetzt muss ich ganz kurz bei den Schneidbrenner ansetzen.
Oli: Ich möchte dir da gerne noch zustimmen, weil mit dem Punkt, das kannst du gleich,
Oli: aber mit dem Punkt tatsächlich, jetzt wo du mir das so sagst,
Oli: glaube ich sogar, hebt das meinen Punkt außer Kraft.
Oli: Auch wenn da vielleicht noch das eine oder andere Brautpaar dabei ist,
Oli: bei dem das eine Rolle spielt, aber die Wertigkeit von der Braut oder von dem
Oli: Stellenwert der Braut auf ihrer Party, ich glaube, die hat mehr Wert. Da hast du recht.
Stefan: Cool, das passiert auch selten. Können wir mal ganz kurz ein Kreuzchen im Kalender machen?
Oli: Okay, du wolltest einen Pass aufmachen.
Stefan: Ja, ich muss jetzt das Pass richtig öffnen, weil ich glaube,
Stefan: also es geht ja um diese Grundfrage, haben es Frauen in der Branche schwerer
Stefan: als Männer oder haben sie es leichter als Männer?
Stefan: Und ich glaube, das steht sich so ein bisschen gegenüber, weil auf der einen
Stefan: Seite ist es so, wie wir es jetzt gerade besprochen haben, dass es die Frau
Stefan: sicherlich an manchen Punkten schwerer hat.
Stefan: Ich bin mir sicher, dass der Umgang mit Kollegen deutlich schwerer ist,
Stefan: weil viele Kollegen, gerade männliche Kollegen, wahrscheinlich sich auch vorm
Stefan: Austauschen ein bisschen verschließen, weil sie sich denken,
Stefan: ich habe hier überhaupt nicht, das ist eine Frau, die sieht gut aus,
Stefan: die wird eh nur gebucht, weil sie gut aussieht.
Oli: Jetzt sagst du genau das, was du vorhin eingangs gesagt hast,
Oli: was du versucht hast, umzukehren.
Stefan: Ja, ja, ja, pass auf.
Stefan: Dann ist es so, dass dadurch die weiblichen DJs vielleicht auch ein bisschen
Stefan: schwerer Zugang zu diesen Netzwerken, was wir Männer ja jetzt doch schon in
Stefan: der DJ-Branche ein bisschen mehr machen,
Stefan: immer noch nicht so gut, wie man es aus anderen Branchen kennt,
Stefan: aber da arbeiten wir auch als DJ-Alianz dran.
Stefan: Also ich glaube, es gibt ein höheres Konkurrenzverhalten in der Branche,
Stefan: von DJs, männlichen DJs zu DJs oder DJs, weibliche DJs, wie auch immer.
Stefan: Ihr wisst, was ich meine. Im Umkehrschluss dazu, und das ist das, was ich aktiv spüre,
Stefan: wir haben Melin ja jetzt seit einem halben Jahr ungefähr bei uns auf der Website
Stefan: drauf als Teammitglied von dem Fall als DJs in der Agentur.
Stefan: Und ich habe für keinen DJ so viele konkrete Anfragen wie für sie.
Stefan: Also das ist wirklich, das sticht aus der Masse nicht nur heraus,
Stefan: das ist wirklich, also Nachfrage nach DJs, wo explizit der DJ gefragt wird,
Stefan: vielleicht 1, 2, Nachfrage nach Melin 10.
Oli: Und was sind das meist für Anstrengungen? Das sind wahrscheinlich keine Hochzeiten, oder?
Stefan: Das sind Geburtstagsfeiern und es sind Firmen-Events.
Oli: Und das sind Geburtstagsfeiern meist mit männlichen Jubiläumen?
Stefan: Ja, natürlich, genau. Männer, die halt so 40, 50, 60 werden.
Oli: Aber das war erwartbar.
Stefan: Ja, natürlich. Aber jetzt sind wir doch mal ehrlich.
Stefan: Und das muss ich ganz knallhart so aussprechen. Ich habe da auch keine Preisdiskussion.
Stefan: Bei einem Geburtstag, da gibt es keine Preisdiskussion. Ich sage den Preis und
Stefan: die sagen, ja, machen wir.
Stefan: Und das habe ich bei einem DJ nicht. Also da hat es eine DJ 100%ig,
Stefan: und das muss ich jetzt einfach aus dieser Erfahrung heraus so sagen,
Stefan: um ein Vielfaches leichter, und zwar wegen der Sexualisierung.
Stefan: Das muss man ganz klar so sagen.
Stefan: Das hat nichts damit zu tun, dass die besser auflegt, dass die schlechter auflegt.
Stefan: Da geht es auch gar nicht ums Auflegen oft.
Stefan: Sondern es geht darum, kann die meine Musik spielen, so wie ich das haben möchte?
Stefan: Ja, das heißt, wir werden eine gute Party haben. Ich habe eine hübsche DJ da,
Stefan: also buche ich die. Punkt.
Oli: Und das ist was, das war mir nicht bewusst. Und noch mehr der Punkt, Status eine Rolle.
Stefan: Definitiv.
Oli: Also der 40- bis 60-Jährige, auch da, wie gesagt, ist es ganz gewagt,
Oli: was wir so äußern oder was ich jetzt äußere.
Oli: Aber letztendlich ist das für diese Herren oftmals auch das Statussymbol bei
Oli: den Kumpels. Ey, guck mal, ich habe hier eine flotte DJing gebucht.
Oli: Was ganz Besonderes. Und da können wir uns noch ein Auge nehmen herholen, so nach dem Motto.
Stefan: Genau. Und das ist auch, ich gehe schwer davon aus, ich meine,
Stefan: da werden wir unsere Erfahrungen jetzt auch über die Zeit sammeln.
Stefan: Sammeln aber mir hat jetzt auch am samstag auch
Stefan: aufgelegt die wurde das super angesehen status ja da wurde
Stefan: das super angenommen die war der star da auf der feier
Stefan: ja und hat sich super wohl gefühlt dort auch also da war jetzt nichts irgendwie
Stefan: kein negatives erlebnis weil ich glaube da haben es frauen dann auch noch mal
Stefan: schwerer also wir männer erleben das ja auch und da spreche aus eigener erfahrung
Stefan: dass es mal die ein oder andere gibt die ein bisschen zu viel getrunken hat
Stefan: die dann hinter das Pult kommt,
Stefan: ja, mal den Arm irgendwie um einen rum legt und das irgendwie für selbstverständlich hält.
Stefan: Also es gibt auch gegenüber von Männern, das muss man ganz klar sagen,
Stefan: Situationen, die vielleicht nicht in Ordnung sind, die passieren.
Stefan: Ich glaube, da hat es eine DJ wieder schwerer.
Oli: Ja, du ratterst hier in einem Segment durch. Ich wollte eigentlich nur auf ein,
Oli: zwei Dinge im Vorfeld eingehen.
Stefan: Ich bin jetzt mal ruhig, jetzt redet du.
Oli: Du haust hier einen nach dem anderen raus. Ich gehe jetzt mal chronologisch
Oli: wieder ein Stück rückwärts. Ich bleibe jetzt bei dem Punkt, wo du gerade warst.
Oli: Ja, Sicherheit. Da gebe ich dir ganz klar recht.
Oli: Ich denke, für Frauen ist es schwerer, für die eigene Sicherheit und die Arbeitssicherheit
Oli: in diesem Umfeld, in der Kanzel, sage ich mal,
Oli: zu sorgen, weil, genau das hast du auch richtig gesagt, meines Erachtens,
Oli: die Hemmschwelle für Besucher geringer ist, sich da einfach mal ranzutrauen.
Oli: Und das halte ich für ein Problem. Wenn ich jetzt noch ein Stück wieder zurückgehe,
Oli: du hast vorhin gesagt, unter den männlichen Kollegen, schwierig.
Oli: Ich muss dazu ganz ehrlich sagen, und das ist jetzt auch so ein bisschen offenbar
Oli: um mir gegenüber, ich habe mich selber dabei ertappt, dass ich weibliche Kollegen.
Oli: Dann auch gern so ein bisschen wie, ich sage mal, stiefväterlich behandelt habe.
Oli: Weil gerade wenn dann irgendwo, wenn ich gemerkt habe, okay,
Oli: in dem Thema vielleicht, sei es jetzt mit einem Kabel, ist jetzt vielleicht
Oli: nicht ganz so die Sicherheit gegeben, dass ich dann hingehe und sage,
Oli: hey, komm, ich zeige dir das.
Oli: Und dann auch mich erlebt habe, wie ich dann, wie so eine Schülerin versucht
Oli: habe, wie einer Schülerin beizubringen, wie man das Kabel wickelt, so nach dem Motto.
Oli: Das ist weder böse noch sexistisch gemeint. Aber ich habe mich dann automatisch
Oli: in so eine Rolle versetzt, ohne dass ich das bewusst getan habe,
Oli: um das so richtig und ausführlich wie möglich zu beschreiben.
Oli: Das hätte ich bei einem männlichen Kollegen wahrscheinlich anders getan.
Oli: Also auch ausführlich, aber auf eine andere Art und Weise.
Stefan: Aber das ist ja trotzdem schön, weil du hast ja diese Bereitschaft gehabt, ihr zu helfen.
Stefan: Es war ja nicht so, mein Gott, Konkurrenz und gebe ich kein Wissen weiter,
Stefan: sondern es war ja umgekehrt eher so, ich nehme dich mal in den Arm,
Stefan: also sprichwörtlich an der Hand und helfe dir.
Oli: So ist es jetzt, wenn man es metaphorisch sieht, so dieses, ach komm,
Oli: ich beschütze dich so nach dem Motto, ich zeige dir mal, wie das geht.
Stefan: Aber ist das so schlimm? Also das finde ich persönlich, da kommt jetzt der konservative Stefan raus.
Oli: Das entscheidet die Frau doch für sich selbst, ob das schlimm ist.
Oli: Das Problem ist nur, du kannst es vorher nicht wissen. Manch eine mag es so,
Oli: die andere wiederum fühlt sich dabei bloßgestellt, fühlt sich vielleicht nicht mehr behandelt.
Stefan: Dann muss man es halt sagen als Frau. Aber so grundsätzlich,
Stefan: ich bin da, wie gesagt, ich bin in vielen Punkten sehr konservativ eingestellt
Stefan: und ich bin auch jemand, wenn ich jetzt sehe,
Stefan: dass da eine DJ oder eine weibliche Form von DJ irgendwie unterwegs ist und
Stefan: ich laufe da vorbei und die muss hier irgendwie einen schweren Sabu vertragen,
Stefan: würde ich da hingehen, würde ihr helfen, weil warum auch nicht, ja?
Stefan: Also das sehe ich kein Problem. Das würde ich jetzt bei einem Kerl eher nicht
Stefan: machen, weil ich mir denke, das packt der schon alleine.
Stefan: Sie würde das auch alleine packen, keine Frage, ja?
Stefan: Ich will das gar nicht, aber irgendwie habe ich da so dieses,
Stefan: ist, dass man einer Frau halt eher dann auch mal hilft oder da mal auch eher
Stefan: anpackt, weil sie einfach körperlich in der Regel nicht so fit sind wie wir Männer.
Oli: Darauf wollte ich hinaus, genau. Du hast ein anderes Verantwortungsbewusstsein
Oli: irgendwie auch, selbst aus der neutralen Seite her. Und das finde ich...
Stefan: Ja, du fühlst dich?
Oli: Nee, nee, alles gut, mach mal.
Stefan: Das finde ich persönlich auch gar nicht schlimm. Also ich finde es nichts Negatives.
Oli: Ja, das wie gesagt ist ja per se nichts Negatives, aber das kommt dann natürlich
Oli: auf die Empfindung der Frau an.
Oli: Und das ist sogar der Punkt, den ich eingangs meinte, aus externen Leuten, die mit einer,
Oli: jetzt darf ich das nicht über einen Kamm schärfen, Frauen sind keine Minderheiten
Oli: um Gottes Willen, aber zum Beispiel jetzt bei der Sexualisierung von bestimmten
Oli: Orientierungen oder sowas ist es ja so, dass die Leute, die von extern die Minderheiten
Oli: unterstützen, werden auf einmal ein Teil davon.
Oli: Und dann springen auf einmal andere, die das Thema irgendwie,
Oli: ja jetzt muss ich ja irgendwie mitmachen und jetzt fühle ich mich da genauso
Oli: angefasst, obwohl es mich gar nicht betrifft.
Oli: Und das ist leider bei der Emanzipation bei Frauen ebenso, dass sich manch eine Frau,
Oli: obwohl das gar nicht schlimm wäre oder sie das normal gar nicht als schlimm empfunden hätte,
Oli: empfindet sie jetzt aus gesellschaftlichen Aspekten heraus, das doch als schlimm,
Oli: dass man ihr unter die Arme greift und dann den Satz so pauschal zu,
Oli: Traust du mir das nicht zu? Schaffe ich das wohl nicht? Oder sonst irgendwas.
Oli: Das ist ein gefährlicher Grad und da will ich nicht alle über einen Kamm scheren,
Oli: aber da gibt es viele von, die sich dann, sagen wir mal, das Recht rausnehmen,
Oli: auf diesen Gesellschaftszug aufzuspringen und zu sagen, hey,
Oli: du hast mich gerade diskriminiert.
Oli: Das finde ich jetzt auch ein bisschen schwierig.
Stefan: Das ist krass, dass da ja schon die Diskriminierung anfängt,
Stefan: wenn du als Mann dann halt einfach nur helfen möchtest.
Stefan: Du hast überhaupt keinen Hintergedanken.
Oli: Ich sitze aber schon extrem bei dir.
Stefan: Ja, ja, aber das ist, nee, pass mal auf, das ist kein Extrembeispiel.
Stefan: Das ist in meinem Umfeld schon mehrfach vorgekommen.
Stefan: Und da muss ich halt einfach, das finde ich schade. Ich finde das eine gesellschaftliche
Stefan: Entwicklung, die ich auch sehr kritisch empfinde, weil ich persönlich,
Stefan: ich habe keinen Hintergedanken. Ich habe eine Frau, ich bin glücklich verheiratet.
Stefan: Im Traum wird mir nicht einfallen, irgendwie da eine andere auch nur anzulachen,
Stefan: weil ich bin happy mit meiner Frau. Ja, es ist alles cool.
Stefan: Und kann ich auch sein. Find man erstmal eine Frau, die das alles mitmacht, was ich so mache.
Stefan: Und wenn ich dann mal irgendwo anpacke und man wird dann so schief angeguckt,
Stefan: dann denke ich mir immer, ja okay, ist gut, mach selbst.
Stefan: Ja, du denkst ja halt nichts Böses dabei. Finde ich, ich finde das eine Entwicklung,
Stefan: die ich irgendwie schade finde, weil man, also ich bin halt so eingestellt,
Stefan: auch in der Jugendfeuerwehr, die ich ja auch unterrichte.
Oli: Aber das lässt sich ja jetzt die Frage stellen, warum bist du Frauen gegenüber
Oli: so eingestellt, warum machst du das bei einem Mann nicht. Dann könnte man sagen,
Oli: okay, dann ist es dir egal.
Stefan: Da hast du komplett neu dran. Das ist eine ganz einfache Sache.
Stefan: Also da bin ich auch, und jetzt wird es dann doch,
Stefan: Vielleicht eher gesellschaftskritisch und nicht politisch, aber es könnte auch
Stefan: politisch rüberkommen.
Stefan: Für mich ist es eine ganz klare biologische Sache.
Stefan: Eine Frau hat einen anderen Körperbau, biologisch bedingt. Das hat die Natur so gemacht.
Stefan: Und eine Frau hat biologisch bedingt einfach weniger Kraft in der Regel.
Stefan: Es gibt da Ausnahmen, keine Frage. Und ich bin einfach der Meinung,
Stefan: dass man, also sowohl Frau zu sein, als auch Mann zu sein, bedeutet,
Stefan: in gewissen Bereichen Vorteile und in gewissen Bereichen Nachteile zu haben.
Oli: Und jetzt komme ich hier trotzdem noch wieder hin.
Stefan: Einfach biologischer Natur. Und dann ist es doch selbstverständlich,
Stefan: dass ich der Frau helfe, wenn sie was Schweres tragen muss und die Frau mir
Stefan: im Supermarkt hilft, wenn ich im Regal irgendwas suche und es nicht finde und
Stefan: mit der Nase davor stehe.
Stefan: Weil das ist nämlich zum Beispiel unser männliches Problem, dass wir einen sehr
Stefan: fokussierten Blick haben und dann jede Reihe im Supermarkt einmal durchlaufen
Stefan: müssen, bis wir das finden, was wir suchen. Und eine Frau steht davor,
Stefan: hat einen weiten Blick und fässt rein und holt es raus.
Stefan: Und das sind einfach biologische Sachen, die wir nicht ändern können und die
Stefan: auch unsere Politik nicht ändern kann.
Oli: Aber biologisch ist ja auch nun mal gegeben, dass es auch schwache Männer gibt. Körperlich schwache.
Stefan: Ja, natürlich.
Oli: Und warum würdest du den nicht unter die Arme greifen?
Stefan: Du, wenn ich sehe, dass jemand ein Problem hat, da einen Subwoofer zu tragen, dann helfe ich dem auch.
Oli: Dann hast du das unterstrichen, worauf ich jetzt nochmal hinaus wollte.
Oli: Du machst nicht per se den Unterschied zwischen Mann und Frau,
Oli: sondern du entscheidest das schon an der äußerlichen Erscheinung,
Oli: ob du demjenigen das zutraust oder nicht.
Stefan: Ja natürlich und der Unterschied liegt halt daran, dass man bei einer Frau halt
Stefan: auch mal nochmal genauer hinguckt, packt die das gerade und bei einem Mann geht
Stefan: man so per se erstmal davon aus, das macht der schon.
Stefan: Ja, das ist so. Und dann merke ich, ach ja, oh, der müht sich aber hier ganz
Stefan: schön ab. Ah, warte, ich helfe dir kurz. Das ist natürlich klar.
Stefan: Aber ja, ich glaube, es gibt noch einen anderen, oder hast du da noch was dazu zu sagen?
Oli: Ja, ich wollte noch ein Stück weiter zurück.
Stefan: Dann geh nochmal zurück.
Oli: Du bist hier durchmarschiert. Ich würde nämlich nochmal auf den Ursprung der
Oli: Bezeichnung die Jane zurückgehen.
Stefan: Oh krass, das ist aber Weitersprung zurück.
Oli: Ja, wie gesagt, du hast mir ja keine Pause gelassen.
Stefan: Es gibt den Halt-Stopp-Knopf, es gibt den Ergänzen-Knopf, du nutzt ihn ja nicht.
Oli: Nee, ich nutze ihn, weil ich gar keinen Zappler angeschlossen habe hier. Und zwar, ja, ja, komm.
Oli: Und zwar wollte ich nochmal da, ich wollte nochmal fachsimpeln,
Oli: weil ich habe dazu nichts Fundiertes, aber ich habe eine Ahnung oder eine These,
Oli: wie es zu diesem, die Jane an sich kommen konnte.
Oli: Ich glaube, das rührt nämlich tatsächlich aus den Anfängen. Wie lange gibt es
Oli: denn den Begriff DJ an sich?
Oli: Also wenn ich an Marusha denke, ich weiß nicht, wurde die schon als eine DJ bezeichnet?
Oli: Oder auch Charlotte de Witt, die ist ja auch schon ein paar Jahre im Geschäft.
Oli: Gab es sowas damals schon? Ich glaube, da hat man gar nicht von sowas gesprochen.
Stefan: Ich glaube, gerade bei Charlotte de Witt oder Marusha ist es ja auch so,
Stefan: dass die immer halt Marusha oder Charlotte de Witt als Künstlername so auch
Stefan: genannt wurden. Ich habe jetzt gerade mal, ich quäle gerade die Google-Suche,
Stefan: rede mal weiter, vielleicht finde ich was.
Oli: Naja, es ist aber genau das, was du gerade sagst, worauf ich hinaus wollte.
Oli: Denn früher sind weibliche DJs, haben sich Künstlernamen gewählt,
Oli: wo das DJ gar nicht vorkam.
Stefan: Erstmals in den 90er Jahren im deutschsprachigen Raum.
Oli: Und da wollte ich jetzt nämlich drauf hinaus. Also das war jetzt auch nur ins
Oli: Blaue, wenn ich jetzt damit auch noch recht habe, umso besser.
Oli: Aber ich bin der Meinung, dass dieser Begriff DJing, dass es eine Zeit gab,
Oli: in der sich das erst etabliert hat, nämlich als auch der Zugang und das Interesse
Oli: von den Frauen größer wurde.
Oli: Sie hatten dann Vorbilder gesehen, wie, bleiben wir mal bei Marusha oder bei Charlotte Witt und Co.
Oli: Und da ist dann irgendwann, okay, die eine oder andere Frau dann drauf gekommen, ich kann das auch.
Oli: Und wir haben ja sehr viele sogar, die mittlerweile auch reiferen Alters sind,
Oli: die das schon einen ganzen Augenblick machen, auch im Mobilsegment an Frauen.
Oli: Und dann hat man sich wahrscheinlich irgendwann überlegt, okay,
Oli: ich brauche jetzt nicht gerade im mobilen Segment, nicht unbedingt den abgespaceden
Oli: Club-DJ-Namen, sondern ich brauche schon was, womit sich die Leute und auch
Oli: ich identifizieren können.
Oli: Mit einem reellen Namen zum Beispiel.
Oli: Und dann hat man sich das einfach aus der männlichen Sparte oder aus der Gesamtsparte
Oli: abgeguckt. DJ ist der Disc Jockey.
Oli: Und jetzt brauchen wir irgendwas, um zu zeigen, dass das jetzt wirklich auch
Oli: eine Frau ist und kein Disc Jockey mit männlicher Definition.
Stefan: Also ich habe tatsächlich...
Oli: Und dann ist das natürlich einhergegangen, dass man sich irgendwas wie...
Oli: Das Jane ist ja nun mal ein weiblicher Name, ich habe noch keinen Mann damit.
Stefan: Ist ein Marketingbegriff.
Oli: Ja, aber Jane an sich ist ja auch ein weiblicher Name. Das ist wahrscheinlich
Oli: die Kombination an sich glücklich.
Stefan: Jane war ja auch ein Name in einem bekannten Film, ne?
Oli: Richtig, auch eine blöde Assozi. Letztendlich wurde Jane ja auch gerettet, ne?
Stefan: Ja, aber letztlich, also tatsächlich, ich habe jetzt ein bisschen recherchiert
Stefan: nebenher und du hast vollkommen recht.
Stefan: Also der Name DJing, das ist ein Kunstwort,
Stefan: was aus dem Discjockey quasi abgeleitet wurde und wurde vermutlich,
Stefan: man weiß es nicht genau, erstmals in den 90er Jahren im deutschsprachigen Raum
Stefan: populär, vor allem durch Medien und die Club-Szene,
Stefan: die das Ganze tatsächlich genutzt haben aus Marketingsicht um.
Stefan: In einer männlichen dominierten Szene wollte man weibliche DJs sichtbarer machen.
Stefan: Also darum ging es eigentlich, mehr hervorzustellen, dass es jetzt halt eine
Stefan: Frau ist, die hinter dem Pult steht.
Stefan: Anfangs war das wahrscheinlich gut gemeint, heute empfinden viele den Begriff
Stefan: aber eher als unnötige Unterstreichung.
Stefan: Und gerade die Fernsehsender RTL und Viva haben diesen Begriff DJ in den 2000ern
Stefan: sehr inflationär genannt.
Stefan: Besonders in der elektronischen Club-Szene wurde DJ auch als Marke verwendet,
Stefan: teils mit Fokus auf Aussehen und Show statt auf Skills.
Stefan: Da sind wir schon. Und die erste DJ übrigens, also die erste weibliche DJ, war im Jahr 1948 Mary D.
Stefan: In Pittsburgh, Pennsylvania.
Oli: Nice to know. Haben wir noch eine Quelle, damit wir das komplettiert haben?
Stefan: Ich habe jetzt mal hier ein bisschen Google gequält. Es ist schon sehr spannend,
Stefan: sich auch mit dem Thema mal ein bisschen auseinanderzusetzen, muss ich sagen.
Oli: Genau. Gehen wir damit mal zurück.
Oli: Ich versuche jetzt mal die Brücke zu schlagen. Also wir haben jetzt gerade die
Oli: Bezeichnung oder die Begrifflichkeit, die Jane jetzt nochmal ein bisschen,
Oli: ich sage mal, historisch versucht zu beleuchten.
Oli: Heute, den Standpunkt haben wir ja vorhin auch schon klar gemacht.
Oli: Heute ist aus unserer Sicht auch das DJ an sich eigentlich nicht notwendig.
Oli: Gerade im mobilen Bereich ist es ja so,
Oli: dass sich der DJ oder die DJ mit dem zumeist reellen Namen dann auch durch weiblich
Oli: oder männlich definiert und im Club-Bereich ist mir jetzt eigentlich auch keiner
Oli: geläufig, wo man das wirklich unterscheiden müsste,
Oli: weil auch da geht es sogar aus dem Künstlernamen dann meist hervor,
Oli: weil die dann meist männlich oder weiblich definiert werden.
Oli: Und dieses Wort DJing an sich halte ich auch für aus der Zeit gefallen mittlerweile.
Stefan: Ich bin mir da unsicher. Auf der einen Seite finde ich es gar nicht schlecht,
Stefan: wenn man das wortlich auch ein bisschen unterstreicht, um auch klar zu machen,
Stefan: dass da eine DJing ist oder eine weibliche DJing ist.
Oli: Man sollte es aber den Leuten freistellen, die es auch so wollen.
Stefan: Genau, ja. Also letztlich sollte es die DJ-
Stefan: die DJen selbst entscheiden können, wie sie genannt wird.
Stefan: Und was ich persönlich auch sehr wichtig finde, ist, dass auch unter den DJs,
Stefan: also den weiblichen DJs, ist dann auch nicht dieser Fingerzeige,
Stefan: die nennt sich aber DJen oder so.
Stefan: Weil auch das habe ich schon mitbekommen, dass dann irgendwie,
Stefan: nee, man darf sich nicht DJ nennen, man soll sich DJ nennen, wenn man eine Frau ist.
Stefan: Und ach, das ist doch alles Bullshit.
Oli: Das hat kein anderer zu entscheiden, das entscheidet man für sich selbst.
Oli: Und das ist jedem freigestellt. Und selbst wenn ich jetzt sage,
Oli: ich will mich DJ nennen, es ist ein Kunstbegriff, du lachst,
Oli: es ist mir doch vollkommen lachsend.
Oli: Letztendlich ist der Name, der
Oli: Name ist ja letztendlich bloß das Understatement von dem, was ich da tue.
Oli: Und was ich mit meinem Namen mache, wie ich den vermarkte, bleibt völlig mir überlassen.
Stefan: Das sehe ich genauso.
Oli: Also wenn man sich jetzt, ich wollte jetzt gerade sagen, wenn ich jetzt Beispiele
Oli: nenne, dann heißt am Ende wirklich einer so.
Oli: Ich gebe mal ein geringes Risiko
Oli: ein, wenn sich jetzt einer nennt hier Karl-Heinz Lack- und Lederhose,
Oli: dann ist das schon okay, dann spezifiziert das schon irgendwie so ein bisschen,
Oli: man stigmatisiert dann schon mit dem Namen, was damit einhergeht.
Oli: Aber im Groben und Ganzen bin ich der Meinung, jeder, der sich da mittlerweile
Oli: mit auseinandersetzt, hat schon einen Hintergrund oder eine gewisse Ambitionen
Oli: zu seinem Namen, wie er ihn findet.
Oli: Und da muss das DJ an sich, muss nicht zwingend drin sein.
Oli: Das ergibt sich von selbst, je nachdem, wie sich jeder wohlfühlt.
Stefan: Ich glaube, und dann kann man noch abschließend zu dem Namensthema dazu sagen,
Stefan: wenn du jetzt weibliche DJ bist und diesen Podcast hörst, dann ist,
Stefan: glaube ich, eine Sache wichtig.
Stefan: Du selbst musst halt dir im Klaren darüber sein, warum...
Stefan: Nenne ich mich jetzt DJ oder warum nenne ich mich DJing? Was ist dein Warum?
Stefan: Warum will ich jetzt DJing genannt werden?
Stefan: Und wenn man das für sich selbst, und das muss man niemanden aber anderen eigentlich
Stefan: begründen, wenn man aber für sich selbst begründen kann, ich nenne mich DJing,
Stefan: was weiß ich, dann ist das völlig in Ordnung, wenn man das so tut,
Stefan: oder? Also so sehe ich das halt auch.
Oli: Genau und man sollte sich vielleicht sogar vor der Namensgebung oder währenddessen
Oli: einmal genau in sich gehen und für sich das Thema abhandeln.
Oli: Ist es mir wichtig, dass der Kunde erkennt, ob ich weiblich oder männlich bin?
Oli: Ist das mir selbst wichtig?
Oli: Oder bedeutet mir diese Tragweite dieser Entscheidung?
Oli: Bedeutet mir das was in der Zukunft? Ob jetzt rechne ich damit oder will ich
Oli: sogar, es gibt es ja auch will ich darauf hinaus, dass mich vielleicht 30- bis
Oli: 60-jährige Männer für Geburtstage eher fragen,
Oli: dann natürlich, dann ist es ganz klar eine Entscheidung für eine Verweiblichung meines Namens.
Oli: Wenn ich aber sage, nein, ich möchte generell für alles offen sein,
Oli: für Hochzeiten, ich möchte für Firmen und Gala-Events, das eine schließt das
Oli: andere nicht aus, muss ich auch sagen, aber möchte ich einen neutralen Namen,
Oli: bei dem es völlig unwesentlich ist, ob der Kunde erkennt, ob das männlich oder weiblich ist,
Oli: oder möchte ich halt genau in die Schiene rein, das gilt für uns Männer genauso.
Oli: Also möchte ich jetzt der brechend eisenharte Typ sein, der hier mit,
Oli: keine Ahnung, der maskulin daherkommt mit einem Namen oder nehme ich meinen
Oli: reellen Namen, setze das DJ der Vor als Berufsbezeichnung, bleibt jedem frei.
Oli: Und ich halte es für völlig aus der Zeit gefallen, über Namen zu diskutieren,
Oli: weil jeder macht sich seine eigenen Gedanken darüber.
Stefan: Genau. Ich muss jetzt noch ein Thema aufmachen.
Oli: Ein neues oder eins, das du schon mal angeteasert hast?
Stefan: Eins, das ich schon mal angeteasert habe, wo ich gesagt habe.
Oli: Dann bin ich beruhigt. Feuer frei. Ich bin erstmal abgehandelt jetzt.
Oli: Ich bin jetzt von dem, was ich sagen wollte, durch.
Stefan: Gut, okay, dann wird das jetzt ein Solo-Podcast. Nee, ich bin mir sicher,
Stefan: dass du gleich ganz viel sagen möchtest.
Oli: Mal sehen, ob ich es darf.
Stefan: Das Thema Öffentlichkeitsarbeit und Social Media Marketing.
Stefan: Ich glaube, und, was heißt, ich glaube, ich nehme das so wahr,
Stefan: dass es eine DJ da deutlich einfacher hat als ein DJ.
Stefan: Einfach dem geschuldet und das ist ein Riesenproblem, weil es eigentlich immer
Stefan: in diese Sexualisierung auch reingeht.
Stefan: Das hast du vorhin ja eigentlich auch schon mit dem Namensthema,
Stefan: will ich, dass mich die Leute eher für einen Geburtstag buchen,
Stefan: wo mich dann Männer von zwischen 30 und 60 Jahren buchen, ja warum buchen die dann eher eine D-Chain?
Stefan: Ja, weil sie eine hübsche junge Dame da stehen haben wollen oder eine hübsche
Stefan: Dame da stehen wollen, jetzt mal das Alter ganz außen vor.
Stefan: Und das ist eine Sexualisierung und das ist echt ein Problem.
Stefan: Weil das wirst du auch aus der Gesellschaft nie rauskriegen, glaube ich.
Oli: Richtig. Also Fakt ist, nicht Fakt ist, darf ich nicht sagen, aber meine Meinung ist,
Oli: Frauen hätten es, gerade über Social Media, Deutlich einfacher als männliche
Oli: DJs, wenn sie es so wollen.
Stefan: Ja, genau.
Oli: Da schließt sich wieder der Kreis. Sie können sich ganz etabliert auf den Social
Oli: Medias bewegen und ganz normal, wie jeder andere auch, ihre Bilder posten,
Oli: ihre Arbeitsweisen und so weiter und so fort.
Oli: Wenn sie aber sich einen Vorteil verschaffen möchten, dann können sie das,
Oli: indem sie zum Beispiel, reden wir es frei raus, anzügliche Bilder posten,
Oli: bestimmte Posen oder es reicht ja manchmal schon die Artikulation.
Oli: Also nicht nur manchmal, es reicht sogar oft schon die Artikulation.
Oli: Wie spreche ich in die Kamera?
Oli: Hat das schon einen sexuellen Reiz, mit welcher Stimme ich reingehe oder mit welcher Formulierung?
Oli: Zweideutigkeiten und so weiter und so fort. Also wie gesagt,
Oli: nochmal betont, wenn sie es möchten, hätten sie es einfacher.
Oli: Aber ich sehe da draußen tatsächlich jetzt nicht unbedingt die Mehrheit von
Oli: richtigen DJs, die es auch können, wohlgemerkt, die diesen Weg gehen.
Oli: Und das finde ich eigentlich eine recht gute Entwicklung.
Oli: Es gibt natürlich die krassen anderen Beispiele und da wäre,
Oli: Stefan, das ist jetzt dein Einstieg in das Thema, was du auch schon mal aufgemacht hast.
Oli: Nämlich, wofür verwende ich dieses DJ, obwohl ich es vielleicht gar nicht bin?
Stefan: Ja, also jetzt muss ich ein bisschen weiter vorne ansetzen, glaube ich.
Stefan: Ich würde mal einfach kontrovers in den Raum setzen, ist das wirklich so,
Stefan: dass nur die Frauen diesen Vorteil haben oder haben wir Männer den auch und
Stefan: nutzen ihn nur viel, viel weniger?
Stefan: Weil ich glaube, wenn du als Mann regelmäßig ins Fitnessstudio gehst,
Stefan: durchtrainiert bist und da das eine oder andere Bild mit einem engen T-Shirt
Stefan: postest, dass du sicherlich auch eine große Reichweite bekommst aufgrund deines Aussehens.
Oli: Aber aufgrund der breiten Masse in dem Moment, in den Konsumenten,
Oli: die ja Social Media konsumieren,
Oli: glaube ich, ist die breite Masse, die auf Sexualisierung anspricht,
Oli: der Anteil bei den Männern höher als bei den Frauen.
Stefan: Ich weiß nicht. Ich bin mir da unsicher, ob das so ist.
Oli: Zumindest die, die es zugeben.
Stefan: Ja, genau, die, die es zugeben, der ist definitiv höher, aber ich könnte mir durchaus vorstellen,
Stefan: dass das umgekehrt genauso ist und dass wenn jetzt eine Dame sieht,
Stefan: oh, der sieht aber irgendwie hübsch aus, dass dann auch mal eher ein Follow
Stefan: da bleibt bei einem DJ, der jetzt irgendwie wie auch immer gut aussieht.
Oli: Der Follower ist noch nicht derjenige, der bucht.
Stefan: Der Follower ist noch nicht derjenige.
Oli: Der bucht.
Stefan: Genau, es geht jetzt rein nur um die Öffentlichkeitsarbeit, Marketing Social
Stefan: Media, aber dann kommt ja das Nächste, wenn ich jetzt mal Follower bin und er
Stefan: ist aus meiner Region und ich brauche jetzt mal einen DJ, dann denke ich auch eher an den.
Stefan: Von daher würde ich schon sagen, was halt nicht funktioniert,
Stefan: ist halt dieses Thema, ich habe jetzt zum Beispiel Anfragen von einer Messe,
Stefan: die wollen explizit eine DJ haben.
Stefan: Die haben ganz klar gesagt, wir wollen eine DJ haben, einen DJ brauchst du uns
Stefan: gar nicht zu schicken. Und das habe ich halt umgekehrt noch nie erlebt.
Stefan: Also es hat noch nie jemand gesagt, es muss ein DJ sein, Ich will keine DJ haben,
Stefan: um bei der Namensgebung auch nochmal zu bleiben.
Stefan: Ich glaube, dass es Social Media schon, also dass es den Anschein weckt,
Stefan: dass es für Frauen einfacher ist, gerade dann, wenn sie anzügliche Bilder oder
Stefan: die müssen ja nicht mal anzüglich sein.
Stefan: Eine Frau, und das muss man jetzt auch einfach mal so sagen,
Stefan: wir Männer sind halt Schweine, in der Regel.
Stefan: Also wir pflegen uns ja nicht so, wie das Frauen tun.
Oli: Ja, ja. Okay, wenn wir da jetzt noch tiefer reingehen, würde ich aber einfach,
Oli: selbst wenn wir jetzt sagen, okay, von den Followerzahlen und von der Reichweitengenerierung
Oli: hätten es Frauen und Männer gleichermaßen leicht,
Oli: dann ist es ja aber trotzdem noch so, dass die Frau als DJ immer noch eine verknappte Ressource ist.
Oli: Und damit steigt sie im Wert. Und das ist der wesentliche Unterschied, der da dazukommt.
Stefan: Das ist krass, ja, das stimmt natürlich.
Oli: Und deshalb würde ich es unterstreichen, wenn die Frau es will,
Oli: dann ist sie da klar im Vorteil.
Stefan: Das stimmt, ja. Und jetzt stellen
Stefan: wir uns mal vor, einfach nur mal die Vorstellung, es wäre umgekehrt.
Stefan: Es gäbe viel mehr DJs als DJs, dann wäre es bestimmt so, dass der DJ derjenige
Stefan: wäre, der im Vorteil wäre und es Nachfragen nach DJs gäbe.
Oli: Wenn er sich so ausrichten will, ja.
Stefan: Das stimmt, das ist echt ein gutes, das ist echt ein super gutes Argument,
Stefan: was du hast mit der Verknappung, da habe ich mir zwar schon auch mal Gedanken
Stefan: drüber gemacht, aber also was ich heute für einen Scheiß erzähle, aber ist auch egal.
Oli: Ich habe es dreimal ignoriert, jetzt musste ich lachen, sorry.
Stefan: Ich merke das ja schon danach, ich mache dann immer straight weiter.
Stefan: Das ist, weil ich mit den Gedanken auch oft dann schon irgendwie drei Sätze
Stefan: weiter vorne bin. Das ist manchmal echt schwierig.
Oli: Dann hast du tatsächlich eine Eigenschaft, die meist sogar den Weiblichen zugesprochen wird.
Stefan: Ich bin nicht Multitasking. Das bin ich nicht. Ich bin nur in meinen Gedanken
Stefan: zu weit und mein Mund ist zu langsam, das auszusprechen, wo mein Kopf gerade schon ist.
Oli: Okay, gut. Bei mir ist Multitasking auch so ein schwieriges Thema.
Oli: Ich kann tausend Sachen gleichzeitig ignorieren.
Stefan: Das kann ich auch. Nee, aber zurück zum eigentlichen Thema.
Stefan: Also das finde ich eine richtig geile Argumentation mit der Verknappung,
Stefan: weil das ist ja definitiv voll greifbar.
Stefan: Und das würde auch vielleicht mal diese Sexualisierung so ein bisschen zurücksetzen
Stefan: und sagen, Moment mal, es ist halt auch so, dass es schwieriger ist,
Stefan: eine DJ zu bekommen und deswegen ist halt die Nachfrage konkreter.
Stefan: Das heißt, es muss nicht unbedingt immer dieser sexuelle Hintergrund sein.
Oli: Aber da sind wir genau in diesem Dreigestirn drin, auf Deutsch gesagt.
Oli: Die Verknappung, die Sexualisierung und letztendlich das Statussymbol.
Oli: Diese drei Dinge zusammen. Deswegen bucht der wieder das Beispiel pauschal der
Oli: 50-Jährige für seinen Geburtstag lieber den weiblichen DJ.
Oli: Weil du hast drei Dinge, sagst bei den Kumpeln, hey, guck mal,
Oli: war gar nicht so leicht, die zu kriegen, weil die ist dreifach, achtfach ausgebucht.
Oli: Keine Ahnung, sieht gut aus, guckt dir die Bilder an, und alles drum und dran,
Oli: das ist ein Status-Symbol.
Stefan: Definitiv, ja.
Oli: Und neben dem, und das steht völlig außer Frage, dass die meisten aller Frauen,
Oli: die als DJ unterwegs sind, die haben absolut mindestens das gleiche Level wie jeder andere Mann.
Oli: Genauso wie es bei Männern auch von bis gibt, ist es bei Frauen genau das gleiche.
Oli: Aber sie stehen in den tatsächlichen Skills beim Auflegen den Männern in facto nichts nach.
Stefan: Aber das ist jetzt was, muss ich ein bisschen widersprechen?
Oli: Oh, jetzt bin ich gespannt.
Stefan: Ja, weil es gibt schon sehr viele DJs und ich beobachte diesen Markt schon lange,
Stefan: die wirklich da auch mit ihren Reizen spielen, um als DJ, also gerade die, die auf Bühnen stehen,
Stefan: jetzt die, die auf Hochzeiten auflegen, kennen wir ja auch einige,
Stefan: haben wir auch einige Mitgliederinnen in der DJ-Allianz, wo wir sehr stolz drauf sind,
Stefan: dass wir da auch ein paar weibliche Mitglieder haben. um,
Stefan: Da ist es, glaube ich, anders. Also da ist es, glaube ich, ausgewogen.
Stefan: Aber bei denen, die auf großen Bühnen stehen, ist es doch oft schon so,
Stefan: dass es halt eher den Showcharakter vermittelt, als das.
Stefan: Richtig, das ist schon ein Marketing.
Oli: Und die würde ich da vollkommen ausklammern aus der Diskussion,
Oli: die wir gerade geführt haben, weil das ist eine andere Ambition.
Stefan: Aber das ist ein Grund dafür, dass die DJs, also die weiblichen DJs,
Stefan: die es wirklich mit Leidenschaft machen und ernsthaft durchziehen,
Stefan: dass die im Prinzip diesen, ich sag mal, schlechten Ruf haben von DJs. ja, dieses Image.
Stefan: Und das finde ich total schade, weil das ist halt nicht so.
Stefan: Und was ich selbst auch an mir immer merke, ist, wenn ich dann mal eine DJ sehe,
Stefan: die dann auch gut auflegt, ich sag das ja nicht, aber ich freu mich innerlich immer drüber.
Stefan: Ich sag mir immer, boah geil, da merkst du einfach, die hat Leidenschaft,
Stefan: die hat Bock drauf, die ist DJ aus, aus, aus, also mit Herz und Seele.
Oli: Das ist aber genau das, worauf ich vorhin schon mal hinaus wollte,
Oli: es sind meistens dann beim Kippen einer Welle in einer Bewegung,
Oli: sind es immer die Außenstehenden, die das Ganze dann wieder in negative Behaftung bringen.
Stefan: Definitiv.
Oli: Weil, wenn wir jetzt wieder zurückgehen, Paris Hilton und Nadja Abdel-Fahr sind
Oli: die zwei bekanntesten Beispiele, die mir gerade einfallen.
Oli: Warum machen die, die sind im Leben niemals DJ gewesen und werden es auch nie sein.
Oli: Die haben eine Tätigkeit missbraucht oder eine Bezeichnung missbraucht,
Oli: um selber zu promoten und alles drum und dran.
Oli: Und jetzt nimmt die ganze Branche, all derer Frauen auch natürlich,
Oli: die das ernst nehmen, nimmt die Branche Schaden dadurch, weil irgendjemand auf
Oli: Kosten derer sein Image aufpoliert wird. Also auch wenn das nicht funktioniert,
Oli: ist eine andere Geschichte.
Oli: Aber die, klammer ich von der Diskussion erstmal, wenn wir über die Qualität
Oli: von weiblichen DJs reden, die klammer ich da grundsätzlich aus,
Oli: weil die finden da nicht statt. Aber sie sind Externe, sie sind Externe,
Oli: die in diese, ich sag mal, Bewegung und in diese Branche eingreifen.
Oli: Und das sehen wir im gesamten gesellschaftlichen Rahmen bei jedem Thema,
Oli: ob das Bisexualität ist, Trans, babababa.
Oli: Das ist eigentlich so das Paradebeispiel, dass wir gerade greifen können zu
Oli: dem, was gesellschaftlich dann schnell aus dem Ruder läuft.
Stefan: Aber ich muss wirklich sagen, je mehr ich mir Gedanken drüber mache,
Stefan: und das war ja wirklich auch so ein Thema, das habe ich so aus der Luft gegriffen.
Stefan: Desto spannender wird das Thema für mich und desto wichtiger finde ich es auch
Stefan: irgendwie, dass wir hier wirklich mal eine DJ mit in den Podcast mit reinnehmen
Stefan: und das Thema noch mal aufgreifen.
Stefan: Ich glaube, das könnte oder vielleicht auch zwei DJs.
Oli: Wir haben eine Menge Potenzial. Wir könnten eine ganze Talkrunde aufmachen.
Stefan: Ja, das wäre schon ein spannendes Thema. Was wir übrigens in Planung haben,
Stefan: das kann ich an der Stelle mal sagen.
Stefan: Wir wollen natürlich auch das ein bisschen fördern als Verband,
Stefan: Und dass Frauen ein bisschen mehr Lust haben, auch DJ zu werden,
Stefan: dass wir vielleicht dieses Ungleichgewicht vielleicht irgendwann mal ein bisschen...
Stefan: Nicht mehr so sehr haben, wie das aktuell ist.
Stefan: Wollen wir auch da ein bisschen rangehen und auch das ein oder andere Event
Stefan: vielleicht mal machen, wo sich wirklich mal gezielt nur DJs treffen,
Stefan: um sich auszutauschen, auch über solche Themen.
Stefan: Da wird es dann in Zukunft ein bisschen Infos geben.
Oli: Ich würde jetzt nochmal einen ergänzenden Vorschlag bringen.
Oli: Wie wäre es denn einfach,
Oli: ich spreche es mal direkt an, wenn du DJ bist, weiblicher Natur,
Oli: und du fühlst dich entweder bestärkt, angesprochen oder du bist auch gar nicht
Oli: damit einverstanden, was wir hier sagen,
Oli: wir laden dich herzlich ein, egal ob du Mitglied bist oder nicht,
Oli: dann schreib uns bitte an podcast.dj-allianz.de,
Oli: ob du gerne mal mit uns im Podcast drüber sprechen möchtest und ja,
Oli: generell freuen wir uns dann auch natürlich über eine Bewertung und so weiter und so fort.
Oli: Also die Einladung gilt an alle Frauen, die als DJ tätig sind und mit uns darüber diskutieren wollen.
Stefan: Ja, habe ich auch mega Bock drauf, weil ich bin mir sicher, dass es da noch
Stefan: viele Punkte gibt, über die wir jetzt gar nicht sprechen konnten,
Stefan: weil wir einfach keine Ahnung davon haben.
Oli: Richtig, wir werden überrascht sein. Und auch die Besonderheiten interessieren mich.
Oli: Es gibt ja auch noch, und das ist ja auch biologischer Natur,
Oli: es gibt ja auch noch Besonderheiten, die bei Frauen eine Rolle spielen,
Oli: die ich jetzt nicht thematisieren möchte, aber das können wir dann mit den Frauen
Oli: zusammen machen, das halte ich für angebrachter.
Oli: Welche Bedingungen vielleicht auf einer Party anders sind für Frauen als für
Oli: Männer. Oder gibt es ja ein paar Sachen.
Stefan: Ja, definitiv. Cool, das war ein krasses Thema.
Oli: In der Tat.
Stefan: Das war wirklich heftig. Aber es hat Spaß gemacht.
Stefan: Und ich hoffe dir auch, Olli, auch wenn ich dir zwei, dreimal ins Wort gefallen
Stefan: bin. Aber ich war dann irgendwann so in Rage. Da konnte ich nicht mehr anders.
Oli: Ganz entspannt.
Stefan: Ansonsten glaube ich, abschließend können wir nur noch sagen,
Stefan: freuen wir uns auf eure Zuschriften, Kommentare bei YouTube und Co.
Stefan: Vergesst nicht, die DJ Allianz zu abonnieren auf eurem Podcast-Anbieter eurer Wahl.
Stefan: Wenn ihr noch kein Mitglied seid, informiert euch mal drüber,
Stefan: was wir so alles tun und wenn ihr hinter dem Ganzen steht,
Stefan: dann werdet auch Mitglied, weil vieles, was wir tun, ist natürlich davon abhängig,
Stefan: dass wir eine große Gemeinschaft sind und da zählt wirklich jeder Einzelne,
Stefan: auch du und das wäre natürlich schön, wenn wir da noch ein bisschen wachsen würden.
Stefan: Ansonsten freuen wir uns auf den nächsten Podcast.
Oli: Bis dahin, that's it. Hauredo.
Stefan: Bye-bye.
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