Kaltfeuerwerke sind sau gefährlich!

Shownotes

In dieser Episode des HOTCUE-Podcasts begrüßen Stefan und Oli die Zuhörer zurück und machen sich bereit für ein spannendes und wichtiges Thema. Nach einem misslungenen ersten Versuch, der aufgrund eines Stromausfalls und Internetproblemen abgebrochen werden musste, starten die beiden mit frischem Elan und entschlossenem Fokus. In dieser Folge widmen sie sich den Kaltfunkenmaschinen und den damit verbundenen Risiken, insbesondere im Kontext einer aktuellen Tragödie in Nordmazedonien, die durch das mutmaßliche Versagen solcher Geräte in einem Club verursacht wurde.

Oli, der die Diskussion leitet, erklärt, dass Stefan als erfahrener Feuerwehrmann und stellvertretender Wehrleiter der perfekte Ansprechpartner ist, um die technischen Details und Gefahren der Kaltfunkenmaschinen zu beleuchten. Die beiden gehen in einem Rollenspiel auf die Funktionsweise dieser Geräte ein, beginnen mit einer grundlegenden Erklärung und erörtern die Produktionsweise der Funken, die durch Induktion erzeugt werden. Stefan erläutert, dass trotz des Begriffs „Kaltfeuerwerk“ diese Maschinen hitzige Temperaturen erzeugen, die durchaus gefährlich sein können und ein hohes Brandrisiko bergen.

Im weiteren Verlauf des Podcasts berichten die beiden von ihren letzten Wochen, in denen sie zahlreiche DJ-Events und Crossfades besucht haben, was zu einem regen Austausch von Erfahrungen und Beobachtungen führt. Olli hebt die Bedeutung der Sicherheit bei der Verwendung von Kaltfunkenmaschinen hervor, insbesondere in Bezug auf die örtlichen Bedingungen und die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung und Vorbereitung.

Stefan und Oli sind sich einig, dass die Gefahren, die von diesen Geräten ausgehen, nicht unterschätzt werden sollten, insbesondere wenn man sie in Innenräumen einsetzt. Sie weisen darauf hin, dass es keine speziellen Qualifikationen benötigt, um solch eine Maschine zu bedienen, was in Kombination mit der Unsicherheit vieler Benutzer und unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen besorgniserregend ist. Die Gespräche über die tragischen Ereignisse in Nordmazedonien verdeutlichen die Dringlichkeit, sich verantwortungsbewusst mit diesen Geräten auseinanderzusetzen.

Abschließend kommen beide auf persönliche Standpunkte zu sprechen und teilen ihre Bedenken über den Einsatz von Kaltfeuerwerken bei Veranstaltungen, insbesondere auf Hochzeiten, wo oft Kinder anwesend sind. Oli formuliert eine klare Absage an deren Einsatz, während auch Stefan seine persönliche Ablehnung unterstreicht. Beide plädieren für mehr Verantwortung und Sensibilität in der Branche, die sich nicht nur an den technischen Aspekten orientieren sollte, sondern auch an der Sicherheit und dem Wohlergehen der Gäste.

Für alle Interessierten und Kollegen, die sich mit den Themen Veranstaltungstechnik und Sicherheit beschäftigen, bietet dieser Podcast wertvolle Einsichten und auffordernde Denkanstöße. Die beiden laden die Zuhörer ein, ihre eigenen Meinungen und Erfahrungen über die Kanäle des Podcasts zu teilen und das Bewusstsein für die Gefahren, die von Kaltfunkenmaschinen und Ähnlichem ausgehen, zu schärfen. Schaut auf der Webseite vorbei, um eine Mitgliedschaft in der DJ ALLIANZ e.V. zu beantragen!

Transkript anzeigen

Stefan: Und damit herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge eures HotQ-Podcasts.

Stefan: Olli ist wieder mit am Start hier, zum zweiten Mal tatsächlich,

Stefan: weil die erste Aufnahme irgendwie mitten in der Session leider unfreiwillig

Stefan: beendet wurde durch Stromausfall und Internetzusammenbruch und so weiter.

Stefan: Aber davon lassen wir uns nicht abhalten, wir nehmen das Ding neu auf.

Stefan: Olli und du darfst jetzt mal den Leuten erzählen, über was wir heute so sprechen.

Oli: Ja, wir haben uns heute vorgenommen, aus aktuellem Anlass darüber zu sprechen,

Oli: was es bedeutet, Kaltfunkenmaschinen einzusetzen oder wo sind die Gefahren.

Oli: Macht das Sinn? Wir werden uns einen kleinen technischen Abriss holen und dazu

Oli: insbesondere haben wir eine ganz besondere Konstellation, die wir dazu natürlich auch ausnutzen.

Oli: Du, Stefan, bist ja nun mit über 20 Jahren Erfahrung in der Freiwilligen Feuerwehr

Oli: prädestiniert dafür, uns in dem Thema aufzuklären.

Oli: Jetzt aktuell bist du ja sogar stellvertretender Wehrleiter,

Oli: wenn ich mich nicht irre.

Oli: Und in dem Falle haben wir sozusagen keine bessere Ausgangslage.

Oli: Das bedeutet also, wir werden uns heute in ein Rollenspiel begeben,

Oli: in dem ich den laienhaften, ambitionierten Nutzer oder interessierten Mime und

Oli: dich natürlich dazu ausfrage.

Oli: Und bevor wir dann natürlich am Ende in den offenen Diskurs gehen,

Oli: wie sehen wir das persönlich?

Oli: Aber dazu machen wir, wie gesagt, erstmal das Technische und die Aufklärung

Oli: darüber, was wir da überhaupt vor uns haben.

Oli: Und bevor wir damit starten, würde ich vorschlagen, Stefan, erzähl doch mal,

Oli: wie die letzten Wochen waren.

Oli: Wir haben ja schon wieder einen gewissen Zeitraum dazwischen.

Stefan: Ja, es ist, ja, ich weiß das selbst manchmal gar nicht, wo ich anfangen soll,

Stefan: weil es echt mega viel ist, was die letzten, ja, anderthalb,

Stefan: zwei Wochen dann wieder passiert ist.

Stefan: Ich hatte zwei Veranstaltungen, ich habe es auf Instagram auch gezeigt,

Stefan: ich war vor zwei Wochen auf einer Geburtstagsfeier als DJ und habe da relativ

Stefan: spät angefangen aufzulegen.

Stefan: Also erst so gegen 20, 21 Uhr sollte ich da so ein bisschen Hintergrundmusik

Stefan: spielen und ab 22 Uhr dann Party.

Stefan: Da ist es ja schon so ein bisschen später. Ich musste aber dort relativ früh

Stefan: aufbauen und wusste, da ist eine Therme in der Nähe und habe mir dann das gegönnt

Stefan: und bin tatsächlich nach dem Aufbauen in die Therme und habe mich da tiefenentspannt

Stefan: und dann ganz viele Nachrichten danach gehabt.

Stefan: Oh, wie kann man nur vorm Kick in die Therme gehen? Ich werde komplett platt und so.

Stefan: Ist bei mir tatsächlich nicht so. Also für mich ist das wirklich so eine super

Stefan: entspannende Geschichte.

Stefan: Und wenn ich da rausgehe, dann könnte ich Bäume ausreißen.

Stefan: Ja, dann hatte ich jetzt am Wochenende noch eine Hochzeit und unter der Woche

Stefan: waren wir ja auch viel unterwegs auf Crossfades und so weiter.

Stefan: Olli, da kannst du wahrscheinlich gleich ein bisschen mehr noch dazu sagen.

Stefan: Du warst ja auch auf, wobei auf mehr warst du gar nicht.

Stefan: Naja, ich habe mehr Kilometer gemacht. Genau, du hast deutlich mehr Kilometer gemacht.

Stefan: Ja, also es war eine belebende Woche. Wir haben glaube ich in den letzten zwei

Stefan: Wochen fünf oder sechs Crossfades besucht insgesamt.

Stefan: Wenn ich das richtig im Kopf habe.

Oli: Ich habe die Zahl auch nicht im Kopf, aber ja.

Stefan: Also Pfeil, also Pfeil, ich glaube das war vor drei Wochen das Pfeilstreffen.

Stefan: Ich bin schon ganz durcheinander.

Stefan: Auf jeden Fall haben wir jede Menge DJ-Treffen hinter uns und da auch wieder

Stefan: viele spannende Gespräche mit euch geführt.

Stefan: Aber Olli, erzähl mir mal was. Wie war deine Woche? Oder wie war deine Wochen?

Oli: Ja, wir müssen ja so ungefähr zwei Wochen wieder zurückgehen.

Oli: Wir haben ja von euch mittlerweile das Feedback, es ist tatsächlich nicht schlimm.

Oli: Wir müssen uns dafür nicht rechtfertigen, wenn mal ein etwas längerer Zeitraum dazwischen ist.

Oli: Wir hatten es ja zu Beginn des Projektes Podcast, Neuaufnahme Podcast kommuniziert,

Oli: dass es unregelmäßiger wird.

Oli: Dafür machen wir es relativ regelmäßig und deshalb blicken wir jetzt auch tatsächlich

Oli: wieder auf mehr als eine Woche zurück und du hast es angesprochen,

Oli: tatsächlich haben wir einige Crossfades wieder erfolgreich hinter uns gebracht.

Oli: Ich steige mal ein, weil letzte Woche Montag, wo wir uns zusammen in Hamburg getroffen haben,

Oli: dann Dann war das natürlich auch entsprechend cool, weil wir dort einen für

Oli: uns neuen Rekord erzielt haben mit über 50 Teilnehmern. Das war ganz cool.

Oli: Damit wurde sogar der in der Region aufgestellte Rekord von,

Oli: ich glaube, 43 in Bad Segeberg im Vorjahr geknackt. Das war ganz cool.

Oli: Entsprechend war auch das Treffen sehr lebhaft und interessant.

Oli: Dann Dienstag war ich froh, dass ich alles mögliche, was so anlag,

Oli: noch im Büro einigermaßen weggearbeitet habe,

Oli: weil ich mich dann am 19., also den Mittwoch, direkt wieder auf den Weg in die

Oli: gleiche Richtung gemacht habe, nämlich nach Bad Segeberg.

Oli: Dort hat dann Eike Otto eingeladen zum mittlerweile dritten,

Oli: nee zum zweiten Crossfade Schleswig-Holstein, ne?

Oli: Oh, ich kriege die Zahlen schon durcheinander. Zweites Crossfit, genau, in Bad Segeberg.

Oli: Und in Folge dessen, war übrigens auch wieder sehr gut besucht,

Oli: in Folge dessen hatten wir dann am Donnerstag das Crossfit in Sachsen-Anhalt.

Oli: Da habe ich mich auf dem Weg nach Halberstadt gemacht, wo Marco Hilse dann eingeladen

Oli: hat. Und auch das war toll.

Oli: Natürlich ein kleines bisschen weniger Teilnehmer. Das kennen wir aber aus der

Oli: Region. Das ist nicht schlimm. Das wächst stetig und da sind wir froh drüber.

Oli: Die Teilnahme war trotzdem toll. war interessant und sehr, sehr coole Gespräche da geführt.

Oli: Ja, und dann bin ich natürlich direkt im Anschluss auch noch weitergefahren

Oli: zu dir, Stefan, denn wir haben uns am Freitag dann verabredet in der Pfalz,

Oli: um gewisse Dinge persönlich zu bearbeiten, was manchmal einfach notwendig ist.

Oli: Und ihr habt es auf Instagram wahrscheinlich verfolgt. Wir waren noch,

Oli: wir haben das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden, waren noch Essen zusammen und haben...

Stefan: Frühstück habe ich gekriegt.

Oli: Ja, geil. Ja, stimmt. Ich war ja vor dir im Büro. Genau, ich habe mit Frühstück

Oli: auf Stefan gewartet, der vom Einsatz kam tatsächlich.

Oli: Während ich in den letzten Kilometern an der Anreise war, befand er sich bereits mitten im Vollbrand.

Oli: Und dann haben wir gefrühstückt, haben dann auch mal Mittag gegessen und dann

Oli: bin ich weiter zu einem Termin nach Heidelberg gefahren und von da aus dann

Oli: entsprechend wieder zurück.

Oli: Also bevor jetzt hier natürlich alle Alarmsignale angehen, ich möchte nochmal

Oli: darauf hinweisen, auch wir sind uns natürlich unserer Verantwortung bewusst und das Ganze,

Oli: diese Kilometer funktionieren natürlich nicht ohne, dass wir uns entsprechend

Oli: an den Autobahnhotels auch entsprechend zwischendurch Zimmer buchen und uns

Oli: natürlich auch ausschlafen.

Oli: Wir möchten das nochmal betonen, dass die Kilometer, die ihr euch wahrscheinlich

Oli: jetzt gerade im Kopf zusammenrechnet, nicht an einem Stück gefahren werden.

Oli: Das versteht sich hoffentlich von selbst.

Oli: Ja, und dann befinden wir uns schon in der aktuellen Woche eigentlich,

Oli: weil gestern war Montag.

Oli: Wir können es ja auch mal so sagen, wann wir aufzeichnen. Eigentlich montags.

Oli: Am Wochenende war ich, wie soll ich sagen, mehr oder weniger mit Büroarbeit

Oli: beschäftigt. und natürlich auch dem, was ihr so zwischendurch anlegt.

Oli: Ihr kriegt es auf Instagram mit, was wir so alles tun.

Oli: Und heute ist Dienstag und ich begebe mich dann heute schon wieder,

Oli: kleiner Ausblick nach Bordesholm zum DJ-Treffen in Bordesholm.

Oli: Da werden wir uns natürlich auch ein paar Eindrücke mitholen und dann geht es

Oli: für mich dann auch direkt weiter nach Dresden, denn da ist morgen die Alpha-Atheta-Tour

Oli: in Dresden in Stationen.

Oli: Und ja, das ist so ein kleiner Ausblick und ich würde es damit auch tatsächlich abschließen wollen,

Oli: weil wir wollen dann mal zügig ins Hauptthema übergehen, was nämlich in der

Oli: letzten Woche oder in der vorletzten Woche schon ein großes Thema war.

Oli: Ich bin sicher, dass es fast alle mitbekommen haben sollten,

Oli: war eine Nachrichtenmeldung aus Nordmazedonien, wo ein Club,

Oli: eine Diskothek in Brand geraten ist, bei der mindestens 51 Tote zu beklagen sind.

Oli: Und da ist die Brandursache auf mutmaßlich, müssen wir ja noch sagen,

Oli: auf Kaltfunkenmaschinen, auch wenn das mehr oder minder eindeutig ist,

Oli: aber trotzdem ist es halt noch nicht abschließend bestätigt,

Oli: mutmaßlich auf Kaltgeräte, Feuerwerke zurück, Kaltgeräte, Kaltfunkenfeuerwerke zurückzuführen.

Oli: Und das haben wir uns zum Anlass genommen, um genau darüber einmal zu sprechen.

Oli: Den Einstieg, Stefan, technisch. Wenn wir jetzt, wie gesagt,

Oli: auf technischer Seite schauen, magst du uns einmal erklären,

Oli: was genau sind denn Kaltfunken-Maschinen?

Oli: Also schon das Wort alleine ist ja irreführend.

Stefan: Ja, Kaltfeuerwerke meinst du wahrscheinlich.

Stefan: Kaltfunken ist ja jetzt ganz explizit der Spakula-Effekt.

Stefan: Das ist wahrscheinlich so der bekannteste unter den Kaltfeuerwerken und unter

Stefan: Kaltfeuerwerke zählen im Prinzip alle funkenbasierte Effekte,

Stefan: die selbst keine offene Flamme erzeugen oder ja, man kann auch sagen mit vergleichsweise

Stefan: niedriger Hitzeentwicklung arbeiten.

Stefan: Denn das Wort Kaltfeuerwerk ist definitiv irreführend.

Oli: Das ist genau der Punkt, über den wir heute natürlich auch noch sprechen wollen.

Oli: Du hast jetzt gerade gesagt, das sind Geräte, wir bleiben mal bei Geräten,

Oli: bei denen keine offene Flamme oder keine offene Zündquelle drin ist.

Oli: Also das bedeutet, dass es sich jetzt hierbei um Geräte handelt,

Oli: die sozusagen intern den Funken erzeugen. Also ich bin jetzt beim Funken tatsächlich,

Oli: weil ich das am meisten damit assoziiere, der dann ausgestoßen wird aus dem

Oli: Gerät. Bin ich da richtig?

Stefan: Ja, das ist richtig, ja.

Oli: Okay, also nochmal zur Klarstellung. Wie gesagt, wir machen jetzt hier ein kleines

Oli: Rollenspiel, sodass wir natürlich die Antworten, die Stefan uns gibt,

Oli: bestmöglich auch für Laien nachvollziehbar haben.

Oli: Okay, theoretisch in der Definition wäre es auch denkbar, so eine Wunderkerze

Oli: auch als Kaltfeuerwerk zu bezeichnen?

Stefan: Nein. Und da ist nämlich gerade dieser Punkt mit der vergleichsweise niedrigen

Stefan: Hitzeentwicklung der tatsächlich ausschlaggebende Punkt.

Stefan: Du musst dir vorstellen, dass eine Wunderkerze bei ungefähr 1500 Grad abbrennt.

Stefan: Also dieser helle Bereich an der Wunderkerze, den man da sieht,

Stefan: der hat ungefähr 1500 Grad.

Stefan: Die Sparkula-Effekte und das ist auch der Grund, warum man hier von einem Kaltfeuerwerk

Stefan: spricht, haben etwa die Hälfte,

Stefan: also ungefähr so zwischen 600 und 800 Grad liegt da die Temperatur im Gerät drin,

Stefan: wenn diese Funken erzeugt werden.

Stefan: Und deswegen spricht man auch bei den Spakula-Effekten von einem Kaltfeuerwerk.

Stefan: Aber um da jetzt auch mal gleich den Vergleich mit ins Spiel zu bringen,

Stefan: wir sprechen hier immer noch von 600 bis 800 Grad.

Stefan: Und ich glaube, jeder von euch hat zu Hause einen Backofen und hat mal irgendwie

Stefan: einen Braten gemacht oder Sonstiges im Backofen, der so auf 200, 200, 300,

Stefan: ja schon viel, 220 Grad eingestellt war und hat dann sich die Griffel ordentlich verbrannt.

Stefan: Und auch im Backofen kann es ja zu brennenden kommen, nicht selten im Übrigen,

Stefan: das spricht ja aus feuerwehrtechnischer Erfahrung.

Stefan: Ja, also die Hitze reicht ja durchaus aus, um auch Brände zu verursachen.

Stefan: Und wenn man jetzt überlegt, man ist jetzt mit so einem Spakula-Effekt unterwegs,

Stefan: wo man irgendwie 600 Grad Teilchen in die Luft feuert, dann ist das durchaus

Stefan: trotzdem ein Gefahrenpotenzial, auch wenn man von einem Kaltfeuerwerk spricht.

Oli: Okay, und nur, dass wir es jetzt nochmal einkategorisieren, kannst du uns sagen,

Oli: welche Hitze hat denn, sag ich mal, die gelbe Flamme eines Feuerzeugs so im Schnitt?

Oli: Wie wird die angegeben und ungefähr in welcher Temperatur?

Stefan: Boah, das kann ich dir gar nicht sagen.

Stefan: Ist für mich tatsächlich gar nicht so relevant. Ich würde es aber auch mal schätzen,

Stefan: dass da locker 300 Grad sind oder so. Warte mal.

Oli: Und da kommt jetzt nämlich, das ist aber, die Schätzung ist jetzt waghalsig,

Oli: wir wissen es beide nicht sicher, aber wenn dem so sein sollte,

Oli: dass die Temperatur eines Feuerzeugs mit der offenen Flamme.

Stefan: Oh ne, es ist deutlich teurer, ich habe gerade mal gegoogelt.

Oli: Teurer.

Stefan: Höher, höher, 800 bis 1100 Grad.

Oli: Okay, gut. Aber genau darauf wollte ich nämlich hinaus.

Oli: Wenn wir jetzt von um die 1000 bis 1200 Grad reden, dann reden wir von in Anführungsstrichen

Oli: nur 200 bis 300 Grad weniger bei einem Kaltfeuerwerk.

Oli: Und das bringt mich zu der Frage, wir sprechen hier meines Erachtens nach von

Oli: einem doch nicht ungefährlichen Effekt.

Oli: Pyrotechnik, da kommen wir auch gleich nochmal, du kannst uns ja mal vielleicht

Oli: zu Silvesterfeuerwerk nochmal bringen, aber vorher würde ich gerne mal von dir wissen,

Oli: benötigt man für den Einsatz dieser Maschinen denn spezielle Qualifikationen

Oli: oder Bedingungen, die man erfüllen muss, also als Person, die sie in Betrieb nimmt?

Stefan: Tatsächlich meines Wissens nach, und da muss ich wirklich sagen,

Stefan: meines Wissens nach, ich weiß das auch nicht zu 100 Prozent,

Stefan: ich habe mich nie damit beschäftigt, weil für mich von vornherein klar war,

Stefan: dass ich diese Form von Kaltfeuerwerken nicht einsetzen werde.

Stefan: Meines Wissens nach benötigt man da nichts. Allerdings muss man auch klar dazu

Stefan: sagen, man ist eigentlich immer dazu verpflichtet, wenn man irgendwelche Geräte

Stefan: in den Einsatz bringt und da spreche ich jetzt mal nicht nur von Kaltfeuerwerken,

Stefan: da reicht auch der einfache Moving Head,

Stefan: dass man sich die Bedienungsanleitung, also die Herstellerhinweise dazu einfach

Stefan: mal zu Gemüte führt, denn im Bereich Moving Heads zum Beispiel haben wir auch

Stefan: ein riesen Gefahrenpotenzial Gerade was das Augenlicht angeht,

Stefan: ist das nicht zu unterschätzen.

Stefan: Es gibt viele Kollegen, die haben Moving Heads im Einsatz, die weit mehr Leistung

Stefan: haben, als sie eigentlich haben dürften für den Abstand zum Publikum, der gewahrt wird.

Stefan: Und eigentlich ist es in den Bedienungsanleitungen der Geräte immer genau beschrieben.

Stefan: Und so ist es auch bei den Kaltfeuerwerken. Da steht eigentlich ziemlich eindeutig

Stefan: in den Bedienungsanleitungen auch drin, dass keine brennbaren Sachen drumherum

Stefan: sein sollten. dass sie eigentlich eher für den Außenbereich gedacht sind.

Stefan: Man kann sie durchaus auch indoor verwenden, aber man muss dann eben dafür Sorge

Stefan: tragen, dass keine brennbaren Materialien außenrum sind.

Stefan: Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob das auch drin stand, aber ich meine,

Stefan: es stand sogar drin, dass man irgendwie in irgendeiner Form den Brandschutz sicherstellen sollte.

Oli: Okay, jetzt würde ich noch mal zur Veranschaulichung mit dir durchgehen.

Oli: Wir haben jetzt so einen Sparkula-Effekt, der erzeugt den Funken mit was genau

Oli: in diesem Gerät, weil das muss ja mit irgendwas befüllt werden,

Oli: was genau haben wir denn da als Brandmaterial?

Stefan: Ja, also als Brandmaterial, da ist ja so ein Pulver drin.

Oli: Granulat, ne?

Stefan: Ja, so ein Granulat, Pulver. Man könnte es auch Granulat nennen.

Stefan: Meistens sind es Titan- oder Zirkoniumpartikel, die da drin sind.

Stefan: Und die werden im Gerät dann durch Induktion erhitzt.

Stefan: Also es ist nicht so, dass das irgendwie, also auch im Gerät ist keine Flamme,

Stefan: keine offene Flamme, sondern es ist wirklich durch Induktion und dann werden

Stefan: die eben mechanisch durch einen Lüfter quasi rausgesprüht.

Oli: Siehst du, ich habe nämlich damals immer gedacht, das war so,

Oli: bevor ich mich intensiver auch damit auseinandergesetzt habe,

Oli: also ich muss dazu sagen, trotz dessen, dass ich sie nach wie vor nicht einsetze,

Oli: übers Persönliche und Befindliche kommen wir nachher, aber ich bin immer davon

Oli: ausgegangen, dass die Funktionsweise ähnlich wie mit so einem Feuerzeug ist,

Oli: wo man sozusagen mit einem Feuerstein arbeitet und diese Funken erzeugt.

Oli: Und das war lange Zeit so von mir der Standpunkt, dass die so funktionieren.

Oli: Jetzt ist es natürlich, wie du gerade sagst, die werden über Induktion vorerhitzt

Oli: und dann wahrscheinlich durch einen bestimmten Auslöser oder eben auch durch

Oli: Übersteigen einer bestimmten Temperatur sozusagen entzündet und dann über ein

Oli: Lüfteraggregat nach oben geworfen.

Oli: Das war mir auch lange Zeit tatsächlich nicht geläufig. Und jetzt gehen wir den Schritt mal weiter.

Oli: Jetzt wird dieser Funke nämlich, wir bezeichnen es als Funke,

Oli: auch wenn es vielleicht technisch nicht absolut korrekt ist,

Oli: jetzt wird dieser Funke aus dem Gerät ausgeworfen,

Oli: Und was passiert denn jetzt, wenn wir jetzt davon ausgehen, dass er mit 800

Oli: Grad bei der Entzündung da rauskommt, was passiert im Folgenden?

Stefan: Naja, also zum Ersten kühlt er natürlich auch relativ schnell wieder ab.

Stefan: Das ist ja eine kleine Oberfläche dieser Partikel.

Stefan: Und deswegen kann man da auch von einem Kaltfeuerwerk sprechen,

Stefan: weil der wird ausgestoßen.

Stefan: Glüht dann noch, wenn er ausgestoßen wird.

Stefan: Und ich kann jetzt nicht genau sagen, das könnte man sicherlich berechnen.

Stefan: Müsste man aber dann auch die Umgebungsluft, Feuchte und auch die Temperatur mit einbeziehen.

Stefan: Und wie lange der Flugweg ist und so weiter. dann könnte man sagen,

Stefan: bei welchem Punkt er ungefähr welche Temperatur noch hat.

Stefan: Aber wer die Teile mal abbekommen hat, also wenn man das so an der Hand merkt,

Stefan: man merkt das jetzt schlecht, weil die Hand doch mit Hornhaut und so sehr gut geschützt ist.

Oli: Oberfläche, aber Oberfläche.

Stefan: Genau, aber Handoberfläche ist immer, auch für uns in der Feuerwehr im Übrigen,

Stefan: so ein Indikator, Türcheck für die Leute, die in der Feuerwehr sind,

Stefan: die wissen, was ich meine.

Stefan: Ist die Hand-Rückenfläche super geeignet, um das dann doch auch zu spüren,

Stefan: wie viel Hitze da noch hinten dran steckt.

Oli: Die ganz Mutigen machen das mit der Wange. Oh Gott, das will nicht nachmachen.

Stefan: Das Ohr. Das Ohr ist noch dünner.

Oli: Da fällt mir gerade ein Witz ein. Wenn man das Ohr auf die heiße Herdplatte

Oli: hält, kann man riechen, wie dumm man ist.

Stefan: Olli.

Oli: Okay, weiter im Text. Also wir können davon ausgehen, wenn wir es jetzt nicht

Oli: berechnen, sondern wenn wir es grob überschlagen, die Temperatur nimmt stark ab.

Stefan: Die nimmt definitiv stark ab.

Oli: Während des Funkenflugs. Übrigens ist ja der Funkenflug selber ist ja das,

Oli: was wir erzielen wollen.

Oli: Das ist ja das, was wir sehen, weswegen wir den Effekt ja einsetzen.

Stefan: Genau. Übrigens nimmt er auch so stark ab, gerade wenn man überlegt,

Stefan: die fliegen ja hoch und dann fallen die ja wieder runter, dass bis der auf dem

Stefan: Boden ankommt, ist er wirklich so kalt, dass er jetzt ein einfaches Blatt Papier

Stefan: oder so nicht mehr entzünden könnte.

Oli: Also da führt mich jetzt zu der Frage, wenn wir jetzt bei 800 Grad in etwa schon

Oli: von Kaltfeuerwerk sprechen, wie kalt ist dann wirklich kalt, wenn er zum Boden kommt?

Oli: Wenn wir uns mal überlegen, dass selbst 50 bis 60 Grad noch sehr warm sind,

Oli: sage ich mal so, das kann schon mal wehtun.

Oli: Ganz besonders, wenn wir jetzt dann auch mal uns vorstellen,

Oli: auf Hochzeiten sind vielleicht auch mal Kinder anwesend.

Oli: Also ich sage das bewusst, weil das dürfte eigentlich gar nicht passieren,

Oli: aber wenn man sich manchmal anguckt, wo die Geräte aufgestellt und eingesetzt

Oli: werden, aber das zum Persönlichen, wie gesagt, jetzt würde ich in die Definition,

Oli: wie kalt ist wirklich kalt, wenn das Ding auf den Boden kommt.

Oli: Auch wenn es nicht mehr als Zündquelle dient. Also es kann trotzdem meiner Meinung

Oli: nach schon wehtun, wenn so 50, 60 Grad als Funke noch auf die Haut kommen.

Oli: Ich glaube, das merkt man schon.

Oli: Ähnlich wie vielleicht mit der Zigarette verbrennen oder so.

Stefan: Also ich weiß gar nicht, ob der nur noch 50 Grad ist.

Stefan: Ich könnte mir durchaus vorstellen, ich würde schon sagen, dass er wahrscheinlich unter 100 Grad liegt.

Oli: Deswegen war ich vorsichtig mit 60 Grad.

Stefan: Ja, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der sicherlich noch etwas

Stefan: näher an den 100 Grad ist als an den 50. Das würde ich schon so.

Oli: Und genau weil wir jetzt diesen Fall oder dieses Schema mal durchgesprochen

Oli: haben, würde ich jetzt mal Bezug nehmen auf das, was in Nordmazedonien mutmaßlich passiert ist.

Oli: Nämlich, man sieht auf den Videos, wer das noch nicht gesehen hat,

Oli: der kann das eigentlich überall auf YouTube sich anschauen oder in den Nachrichten

Oli: on demand und so weiter und so fort.

Oli: Es ist sehr gut erkennbar, dass diese Geräte eindeutig falsch aufgestellt sind.

Oli: Und zwar sehen wir, dass diese Funken quasi permanent im Einsatz sind und dann

Oli: vollkommen gegen die Decke schlagen und das in einer so kurzen Frequenz.

Oli: Und jetzt müssen wir natürlich auch sagen, warum wir jetzt, wie gesagt,

Oli: auch darüber sprechen, ist ja, wie extrem das Ganze enden kann mit einem coolen

Oli: Effekt, den wir erzeugen wollen, der ja ohne Zweifel cool ist. Das sieht cool aus.

Oli: Aber Fakt ist, was da jetzt passiert ist im Nordmazedonien, es ist so weit weg.

Oli: Es ist ähnlich, den Bezug will ich jetzt nicht machen, okay.

Oli: Aber es ist weit weg für uns gefühlt und trotz alledem müssen wir uns vor Augen

Oli: halten, dass ein Brand...

Oli: Mindestens 51 Todesopfer und über 100 Schwerverletzte zum Teil gefordert hat,

Oli: auf Kosten eines, sag ich mal, ja, also was heißt auf Kosten?

Oli: Einfach nur, weil dieser Effekt da hingestellt wurde, der zum Show-Effekt beitragen sollte.

Oli: Und es hat ja wahrscheinlich auch seinen Grund, nicht wahrscheinlich,

Oli: sondern es sollte seinen Grund haben, warum zu bestimmten Festivals und Co.,

Oli: wo solche Dinge oder auch größere Feuerwerke eingesetzt werden,

Oli: eindeutig die Vorschrift ist und das ist Gott sei Dank so ein Pyrotechniker,

Oli: dass der anwesend sein muss.

Stefan: Nicht nur das, in so einem Fall Indoor auch eine Brandschutzwache.

Stefan: Also da ist dann wirklich die Feuerwehr aufgebaut.

Oli: Sag uns doch mal, was genau ist denn bei zum Beispiel jetzt abgesehen von Kaltfeuerwerken,

Oli: auch generell bei Feuerwerken, egal ob in oder outdo, lasse ich jetzt mal so offen.

Oli: Was ist denn notwendig, damit sowas überhaupt eingesetzt werden darf?

Stefan: Ich glaube, da haben wir momentan auch ein bisschen ein Definitionsproblem und

Stefan: dann auch wieder unsere kommunale beziehungsweise

Stefan: ländertechnische Selbstvergewaltigung, sage ich immer so schön,

Stefan: weil das in jedem Bundesland ein bisschen anders geregelt ist.

Stefan: Tatsächlich ist es so, das ist jetzt auch nur aus dem Kopf heraus,

Stefan: ich bin mir nicht sicher, ob diese Definition wirklich genau so ist,

Stefan: aber wenn ich mich recht erinnere, steht da irgendwie sowas drin von wegen,

Stefan: sobald eine offene Flamme, irgendwie Feuerwerks, ähnliche Sachen genutzt werden,

Stefan: ist eben schon auch eine Brandwache notwendig.

Oli: Ja, Definition wäre das auch eine Wunderkerze.

Oli: Oder wenn sich ein oder vielleicht drei Gäste parallel auf der Terrasse eine

Oli: Zigarette anzünden, theoretisch.

Stefan: Nee, eigentlich steht es schon eindeutig, soweit ich mich erinnern kann,

Stefan: ist die offene Flamme dieser Hauptgrund.

Stefan: Und eine offene Flamme ist jetzt eine Zigarette noch nicht, wobei die auch verdammt heiß ist.

Oli: Aber das Feuerzeug, mit dem ich sie anzünde.

Stefan: Ja, aber ich glaube, es geht da eher darum, von wem der Effekt ausgeht wahrscheinlich.

Oli: Ja, ich bin jetzt auch ein bisschen pervers in die Kontroverse gegangen, alles gut.

Stefan: Ja, ich glaube, also gerade bei öffentlichen Veranstaltungen,

Stefan: so wie die ist ja auch eine war, wäre das in Deutschland ohne Brandschutzwache nicht möglich gewesen.

Stefan: Wobei da in dem speziellen Fall jetzt viele Punkte mit einspielen.

Stefan: Das war ja wohl auch irgendwie eine Location, in der eigentlich gar nicht gefeiert

Stefan: werden darf, so wie ich das dann noch recherchiert hatte.

Stefan: Aber was ganz klar zu sehen ist, auch auf den Videos ist, und da muss ich jetzt

Stefan: schon sagen, da muss man kein Brandsachverständiger sein, da muss man nicht in der Feuerwehr sein.

Stefan: Das sieht jeder mit bloßem Auge, dass diese Kaltfunken diese Decke da oben anzünden.

Stefan: Also das sieht man einfach. Und da kommen wir zu einem wichtigen Punkt.

Stefan: Das Kaltfeuerwerk, wir haben ja vorhin darüber gesprochen, Auf dem Boden sind

Stefan: diese Partikel höchstwahrscheinlich komplett ungefährlich, weil sie so weit

Stefan: abgekühlt sind, dass sie nicht mehr viel entzünden können.

Stefan: Wenn die aber in die Höhe fliegen, auf dem höchsten Punkt und da auch über eine

Stefan: lange Dauer, und das ist da ja auch zu sehen, auf eine bestimmte Stelle einwirken,

Stefan: erhitzt sich ja diese Stelle auch.

Stefan: Und dann hast du das problem für ein gutes feuer sagt

Stefan: man bei uns in der feuerwehr immer brauchst du halt so drei vier elemente das

Stefan: ist einmal du brauchst genug sauerstoff drumherum du brauchst eine zündquelle

Stefan: du brauchst die zündtemperatur also die richtige zündtemperatur für das material

Stefan: das man benötigt also brauchst ja

Stefan: auch irgendwas das brennt und die gegebenheiten waren da ja alle vor Ort.

Stefan: Man hatte zum einen die Zündtemperatur durch das Erwärmen der Oberfläche.

Stefan: Man hatte die Zündquelle, was ja im Prinzip diese glimmenden Teile vom Spakula-Effekt sind.

Stefan: Genug Sauerstoff war da offensichtlich auch im Raum. Sonst wären ja keine Menschen drin gewesen.

Stefan: Und das brennbare Material, also diese Deckenkonstruktion ist ja auch ganz klar.

Stefan: Und ich habe in diesem Zusammenhang auch von einem anderen DJ,

Stefan: noch ein weiteres Video geschickt bekommen von einer Veranstaltung von ihm in

Stefan: Deutschland auf einer Hochzeit,

Stefan: auf der er Spakula-Effekte im Einsatz hatte und die Deko-Leute haben vor seinem DJ-Tisch so schöne.

Stefan: Trockenpflanzen aufgestellt. Man kennt ja diese gelben Dinger.

Stefan: Tatsächlich ist er während dem Hochzeitstanz mit der brennenden Pflanze rausgelaufen,

Stefan: weil die Sparkle-Effekte diese Pflanze in Feuer gesetzt haben, also entfacht haben.

Stefan: Ja, also zusammenfassend kann man sagen, Kaltfeuerwerke sind trotzdem mit sehr

Stefan: viel Vorsicht zu genießen.

Stefan: Und wenn ihr die Dinge einsetzt, dann solltet ihr sie definitiv nur einsetzen

Stefan: in Räumen mit einer ordentlichen Deckenhöhe und vor allem auch die Dauer begrenzen,

Stefan: weil auch das steht ja in der Bedienungsanleitung drin.

Stefan: Die sind nicht dafür gedacht, permanent zu laufen, sondern die sollen ein paar

Stefan: Sekunden laufen und dann müssen die aus sein.

Stefan: Und das ist ja so, nicht umsonst ist es ja auch technisch so,

Stefan: dass man immer wieder den Knopf drücken muss, dass sie wieder laufen.

Oli: Jetzt sind wir an dem Punkt angekommen, an dem der Funke erkaltet ist und meinetwegen

Oli: auch auf dem Boden liegt.

Oli: Jetzt interessieren mich aber noch zwei Dinge und ich denke auch jedem,

Oli: der zuhört, wir haben noch zwei Dinge, die wir berücksichtigen müssen.

Oli: Nämlich zum einen, was entsteht an Gasen bei der Verbrennung?

Oli: Und das zweite, wahrscheinlich noch viel wichtigere, was bleibt denn als Rest übrig?

Oli: Was ist denn sozusagen als Abfallprodukt da übrig?

Oli: Und ich glaube, da sollten wir vielleicht auch nochmal eingehen.

Stefan: Ja, also...

Stefan: Ich gehe am besten zuerst mal auf das Thema ein, was als Produkt übrig bleibt,

Stefan: bevor wir so ins Detail zu den möglichen Gasen und Rückständen da eingehen,

Stefan: die bei einer Verbrennung ja immer auch gegeben sind. Ja, da muss man sich ganz klar sein.

Stefan: Also wenn diese Teilchen verbrennen, entsteht im Prinzip so ein feiner,

Stefan: ich nenne es jetzt mal Metallstaub.

Stefan: Das ist per chemischer Definition nicht 100% korrekt, aber es hilft gleich auch

Stefan: die Brücke ein bisschen zu schlagen.

Stefan: Dieser Staub, der setzt sich halt überall nieder, auf Oberflächen.

Stefan: Und wie Staub ist, wissen wir alle, das zieht in jede Ritze rein.

Stefan: Und ich glaube, an der Stelle muss man auch mal ganz klar eine Sensibilität dafür schaffen.

Stefan: Wir haben ganz viele elektronische Geräte.

Stefan: Und wir haben in unseren elektronischen Geräten, sei es jetzt im DJ-Controller,

Stefan: also Prime 4 zum Beispiel, der hat auch einen Lüfter verbaut.

Stefan: Der RAIN Performer hat einen Lüfter verbaut.

Stefan: Die ziehen diesen Staub quasi regelrecht in sich rein.

Stefan: Wenn ihr mit einem anderen Controller unterwegs seid, habt ihr sicherlich einen Laptop mit dabei.

Stefan: Der Laptop hat einen Lüfter. Auch der zieht den ganzen Staub in sich rein.

Stefan: Und was passiert, wenn verschiedene Metalle aufeinandertreffen?

Stefan: Und dazu im schlimmsten Fall vielleicht auch noch Feuchtigkeit kommt,

Stefan: das wir in unserem Einsatzzweck eigentlich selten vermeiden können,

Stefan: weil wir sind oft in Räumen, in denen es extrem warm ist, in denen viele Menschen

Stefan: sind. Also wir haben eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Stefan: Anschließend packen wir die Technik zusammen in Taschen rein,

Stefan: stellen die dann in Taschen draußen ins Auto, wo es vielleicht kalt ist im Winter.

Stefan: Das heißt, unsere Geräte sind immer auch mit Feuchtigkeit in Verbindung.

Stefan: Und wenn ich dann Metallstäuber habe, die ja ganz offensichtlich ein anderes

Stefan: Metall haben, als es eine Leiterplatine hat, dann kann es immer zu Korrosion kommen.

Stefan: Oder ich sage es mal so, ich sage es ein bisschen eindeutiger,

Stefan: es wird zu Korrosion im Gerät kommen.

Stefan: Und ganz oft habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass dann Kollegen zu

Stefan: mir kamen und gesagt haben, Du Stefan, ich habe irgendwie Probleme mit meinem Controller.

Stefan: Hier steigt ab und zu mal die und die Funktion aus oder der Potti geht manchmal

Stefan: und manchmal geht er nicht.

Stefan: Das ist oft ein Indiz dafür, dass es im Gerät zu einem Feuchtigkeitsschaden

Stefan: gekommen ist und nicht selten auch in Verbindung mit irgendwelchen Metallstäuben,

Stefan: die da mit reingekommen sind durch solche Sparkula-Effekte.

Oli: Da würde ich gerne by the way nochmal was erwähnen, weil das trifft nämlich

Oli: ebenso auch auf Haze und Nebeleffekte zu.

Oli: Weil der irrtümliche Glauben, der da draußen vorerst, ist, dass dieser Nebel

Oli: an sich das ist, was immer die Lüfter zusetzt, auf Deutsch gesagt.

Oli: Aber man muss sich das nur mal physikalisch ein bisschen vorstellen.

Oli: Es ist eigentlich der Staub, der in der Luft ist, der durch die Feuchtigkeit

Oli: des Hazers gebunden wird und der natürlich von den Lüftern angesaugt wird.

Oli: Heißt also, die Kombination an sich mit dem Nebel oder dem Haze,

Oli: der in der Luft liegt und dem Staub, der dadurch gebunden wird,

Oli: das ist das, was euch die Lüfter zusetzt im Übrigen.

Oli: Das war mir jetzt gerade ein Anliegen, das mal mit zu erwähnen,

Oli: weil viele immer sagen, es ist der Nebel oder dieses Fluid selbst, was die Lüfter zusetzt.

Oli: Na klar, zum gewissen Teil auch, aber hauptsächlich geht es um die Staubbindung in der Luft.

Stefan: Ja, und jetzt hast du ja auch noch möglichen Rückständen bzw.

Stefan: Irgendwie Gase auch gesprochen.

Stefan: Gase klingt natürlich immer sehr böse. Und dazu ist Folgendes zu sagen,

Stefan: also deswegen habe ich das auch zuerst gesagt, das was das Relevante ist,

Stefan: sind, dass durch die Verbrennung oder ich sag mal beim Einsatz dieser Effekte

Stefan: feste Rückstände entstehen.

Stefan: Also die Rückstände, sie sind in der Regel nicht gasförmig, wobei man schon

Stefan: sagen muss, dass bei, also wenn in einem Raum irgendwie, jetzt muss ich gucken,

Stefan: dass ich nichts Falsches sage,

Stefan: es ist schon lange her, wo ich das alles gelernt habe.

Stefan: Also wenn in einem Raum irgendwie hohe Temperaturen und Luft aufeinander stehen,

Stefan: dann können auch immer in kleinen Mengen Stickoxide entstehen.

Stefan: Das habe ich so ein bisschen im Kopf noch.

Stefan: Und ich glaube, das kommt jetzt auch ein bisschen auf die Zusammensetzung von

Stefan: dem Granulat an, also dem Granulat selbst.

Stefan: Je nachdem, was da noch an Zusatzstoffen drin ist, könnte ich mir vorstellen,

Stefan: dass auch Kohlenstoffdioxid entsteht. Aber die Mengen, glaube ich,

Stefan: sind in einem normalen Raum wahrscheinlich eher zu vernachlässigen.

Stefan: Das, was die größere Gefahr ist, sind auch für uns Menschen,

Stefan: nämlich die festen Rückstände, also dieser Staub, den atmen wir ja auch ein,

Stefan: der lagert sich überall ab.

Stefan: Also dieser Staub ist ja potenziell lungengängig, nennt man das dann und naja

Stefan: ich kann mir nicht vorstellen, dass das so gesund ist.

Oli: Ja, das ist eben auch einer der wesentlichen Faktoren.

Oli: Neben der Gesundheitsgefahr an sich, müssen wir ja auch mal ganz offen drüber

Oli: sprechen, ist es ja letztendlich auch schlichtweg der Dreck,

Oli: der übrig bleibt, weil der Staub sich ja überall hinsetzt.

Oli: Und je nachdem, in welchem Ausmaß ich das einsetze,

Oli: ist das natürlich auch in der ganzen Location verteilt und bildet sich als Rückstände

Oli: auf Glasvitrinen, auf dem, was sozusagen der Gastronom dann auch für den Ausschank benutzt.

Oli: Und jetzt sprechen wir noch weiter, krasseres Beispiel, wenn noch Teile vom

Oli: Buffet stehen oder Dessert-Buffet und so weiter und so fort,

Oli: das sind alles also Dinge, die sollte man berücksichtigen und klar,

Oli: ich höre schon die ein oder andere Stimme, ja das ist so gering und alles,

Oli: aber Leute macht euch einfach mal klar,

Oli: dass die Tatsache einfach Fakt ist, dass Rückstände bleiben und wir stopfen

Oli: den ganzen Tag so viel Scheiß in uns rein, das müssen wir auch mal ganz klar

Oli: sagen, egal in welcher Hinsicht.

Oli: Und muss man das echt, sagen wir mal, den Gästen zumuten, wenn ich es mir selber

Oli: zumute, das ist eine andere Geschichte, wenn ich es geil finde,

Oli: aber muss ich es den Gästen zumuten, vor allen Dingen dann auch noch ohne,

Oli: und da gehe ich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster, ohne vorher vielleicht

Oli: auch die Gäste mal darüber aufzuklären, hey, wir haben hier so einen Effekt,

Oli: wenn es danach geht, ich muss ja auch bei einer Lasershow letztendlich vorher

Oli: die Gäste aufklären, wenn Epileptiker da sind und so weiter und so fort,

Oli: das gleiche sollte für Feuerwerke meiner Meinung nach auch gelten,

Oli: dass ich über bestimmte Dinge einfach im Vorfeld aufklären muss.

Oli: Und was nämlich noch, da kommen wir nachher auch im Persönlichen zu,

Oli: was ich auch noch ein bisschen fragwürdig finde, ist so ein Effekt in der Nähe

Oli: eines Eröffnungstanzes einzusetzen.

Oli: Das passiert ja ganz oft, zumindest sehen wir das ganz oft.

Oli: Schaut euch mal hinterher so ein Brautkleid an.

Oli: Das würde ich gerne mal so stehen lassen.

Stefan: Ja, vor allem auch da bitte Einwirkdauer beachten.

Stefan: Also das Brautkleid, das ist ja so aus Tüll und das ist ja ein ganz feinmaschiger Stoff.

Stefan: Und darauf sind wir jetzt noch gar nicht eingegangen.

Stefan: Stoffe, die wir einsetzen in der Veranstaltungstechnik, die müssen alle B1-Brandschutz

Stefan: zertifiziert sein, also brandhemmend sein.

Stefan: Und dann kommt die Braut mit ihrem Brautkleid, das ist sicherlich nicht mit

Stefan: Imprägnation eingesprüht, dass das brandhemmend ist.

Oli: Es sei denn, die Braut ist bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Stefan: Ja, selbst dann nicht. Also da muss man mal realistisch sein.

Stefan: Also da denkt auch niemand dran, der bei der Feuerwehr ist.

Stefan: Ja, also da muss man realistisch sein. Aber es hat ja einen Grund,

Stefan: wenn ihr euch schon mal einen neuen Moltonstoff gekauft habt.

Stefan: Das muss man an der Stelle vielleicht wirklich auch mal erwähnen,

Stefan: ganz allgemein, weil wir ja viel mit solchen Stoffen hantieren oder auch mit

Stefan: diesen Hussen und dem ganzen Kram.

Stefan: Diese Stoffe haben eine Imprägnation, die dazu führt, also sie werden besprüht

Stefan: mit einem Mittel oder eingetunkt, glaube ich, in so ein Mittel,

Stefan: um den Stoff brandhemmend zu machen. Also der Stoff an sich ist ja gar nicht brandhemmend.

Oli: Wichtiges Wording, betonen, brandhemmend. Also es reduziert die Brandgefahr,

Oli: es schließt sie nicht aus.

Stefan: Genau, also es dauert einfach länger, bis es anfängt zu brennen.

Stefan: Um es mal ganz einfach zu formulieren.

Stefan: Und diese Imprägnation, die wird ausgewaschen.

Stefan: Das heißt, wasche ich den Stoff einmal oder er ist im Regen,

Stefan: dann ist der Stoff nicht mehr brandhemmend und darf auch in Veranstaltungen

Stefan: nicht mehr genutzt werden. Das ist ganz wichtig.

Oli: Wenn ich sie nicht neu impregniere.

Stefan: Ja, aber das würde ich auch noch...

Oli: Und das geht nicht mal einfach so mit einem Outdoor-Schuh-Imprägnierspray.

Stefan: Genau, das würde ich auch... Ich weiß gar nicht, tatsächlich habe ich mich damit

Stefan: noch nie beschäftigt, ob es da tatsächlich eine Möglichkeit gibt,

Stefan: die neu zu impregnieren.

Oli: Es gibt spezielle Lösungen zu kaufen, die du dann in Wasser verdünnst,

Oli: wo du dann Stoffe quasi einweichen kannst.

Oli: Auch nur am Rande.

Stefan: Ich hätte mir jetzt vorgestellt, dass man das zur Waschmaschine hinzugibt oder so.

Oli: Okay, ist halbwissend, kann ich nicht sagen. Ich habe gesehen,

Oli: dass es so eine Mittel gibt, die du dann verdünst, wo du den Stoff auch großflächig

Oli: in großen Badewannen dann, glaube ich, zwei, drei Stunden lang komplett unter

Oli: Wasser einwirken lassen musst.

Stefan: Ah, okay.

Oli: In der Waschmaschine ist ja irgendwo immer, weiß ich nicht, ist ja immer auch

Oli: zwischendurch eine Luftumwälzung mit drin, ist ja nicht voll komplett bis zum

Oli: Pegelhochwasser. Ich glaube, es hängt damit zusammen, dass es vollständig unter

Oli: Wasser imprägniert werden muss. Ich bin mir aber nicht sicher.

Oli: Okay, haben wir denn technisch soweit, deiner Meinung nach, habe ich dich komplett

Oli: ausgefragt oder fehlt uns noch was?

Stefan: Ich glaube, wir haben die wichtigsten Punkte tatsächlich behandelt.

Stefan: Ich persönlich muss für mich auch sagen und da sind wir uns glaube ich auch

Stefan: einer Meinung, du hast ja auch gesagt, dass du keine einsetzen wirst.

Stefan: Für mich war das halt von vornherein klar, als Feuerwehrler habe ich mir erst

Stefan: mal angeschaut okay, wie viel Temperatur kommt da tatsächlich raus und dann

Stefan: war für mich klar okay, die Dinger kann ich eigentlich nur ein paar Sekunden laufen lassen indoor,

Stefan: und das macht ja dann auch keinen Sinn Weil wenn, dann will das Brautpaar das

Stefan: ja am besten über den ganzen Hochzeitstanz laufen haben.

Stefan: Und so sieht man es ja auch auf total vielen Videos.

Stefan: Und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis da mal mehr passiert mit diesen Effekten.

Stefan: Und ich bin mal gespannt, wie da jetzt auch die Politik vielleicht ein bisschen

Stefan: drauf reagiert, beziehungsweise die Verbände drauf reagieren,

Stefan: weil das definitiv jetzt ein Unglück ist mit einer Tragweite.

Stefan: Ich meine, wir sprechen hier von über 50 Toten, mehrere hundert Verletzte.

Stefan: Das ist halt schon echt heftig.

Stefan: Also das ist echt eine krasse Tragweite und ja, ich glaube, sowas will keiner von uns erleben.

Oli: Auf gar keinen Fall. Also auch tatsächlich, da gebe ich dir recht,

Oli: auch wenn es scheinbar räumlich weit weg von uns ist, merkt man trotzdem,

Oli: dass es definitiv ganz klar auch dicht dran ist im Thema bei uns.

Oli: Genau, also meiner Meinung nach sind wir mit dem Technischen soweit auch durch.

Oli: Solltet ihr anderer Meinung sein, dann nutzt ihr jetzt die Gelegenheit podcast-allianz.de,

Oli: schreibt uns eine Nachricht, falls irgendwas offen geblieben ist.

Oli: Wir werden da natürlich auch entsprechend darauf reagieren.

Oli: Ansonsten habt ihr alle Kanäle, wir nutzen gleich mal die Core to Action,

Oli: alle Kanäle, um uns natürlich dann auch entsprechend zurate zu ziehen,

Oli: wenn ihr dazu Fragen habt.

Oli: Und ja, damit würde ich sagen, gehen wir jetzt tatsächlich mal so ein bisschen

Oli: in den offenen Diskurs, wo wir jetzt auch und aber Achtung, auch ein bisschen

Oli: auf persönliche Einstellungen dazu eingehen.

Oli: Das heißt natürlich, wir werden jetzt hier viel subjektiv sprechen,

Oli: nur dass wir das wenigstens einmal abgehandelt haben. Stefan,

Oli: du hast vorhin schon mal durchblicken lassen, warum du diese Geräte für dich konsequent ablehnst.

Oli: Nimm uns doch mal auf die zwei wesentlichen Punkte, die ich jetzt schon wahrgenommen

Oli: habe, mit, was du aus persönlicher Ebene für dich gesagt hast,

Oli: warum das für deine Veranstaltung nicht infrage kommt.

Stefan: Ja gut, zum einen einfach der Dreck, der da entsteht und da geht mir tatsächlich

Stefan: zum einen ist für mich das Gesundheitsthema das größere Thema,

Stefan: zum anderen aber auch der Schutz der Technik.

Stefan: Für mich als Feuerwehrler ist die Brandlast jetzt nicht das Problem,

Stefan: weil ich weiß, dass wenn da was wäre, ich das sehen würde und auch entsprechend

Stefan: reagieren würde und es dann nicht zu weiteren Problemen kommen würde.

Stefan: Ich bin ja nicht umsonst in der Feuerwehr und ich habe auch im Übrigen auch

Stefan: immer für meinen eigenen Brandschutz eine Löschdecke mit dabei.

Stefan: Das ist auch so eine Kleinigkeit, die ich immer mit bei mir am D-Chip-Pult habe.

Stefan: Das heißt, wäre da irgendwie eine Kleinigkeit oder so, könnte ich da jetzt einfach eingreifen.

Stefan: Also für mich ist tatsächlich um es kurz zu machen, das Thema Gesundheit und

Stefan: das Thema Schutz meiner Technik weil das auch ja meine Ausfallgarantie ist ja also,

Stefan: wäre ja irgendwie, wenn ich halt selbst dafür sorge, dass meine Technik mehr

Stefan: Schaden nimmt, also es kostet alles eine Menge Geld, das muss ja nicht sein.

Oli: Ich habe mit Absicht erstmal dich vorgetreten ist, weil jetzt wird es emotional,

Oli: ich habe da noch eine deutlich krassere Meinung dazu. Also Fakt ist eins, ähm.

Oli: Für mich kommt es nicht in Frage, solche Geräte einzusetzen,

Oli: weil ich habe zwar meine Feuerwehrtechnische Erfahrung in der Vergangenheit gehabt,

Oli: aber selbst wenn ich die Erfahrung hätte und wüsste, mit so einem spontanen

Oli: Brand umzugehen, selbst dann ist es ausgeschlossen, dass ich garantieren kann,

Oli: im richtigen Moment richtig zu reagieren.

Oli: Und ich habe die Verantwortung mit einem solchen Gerät für alle Gäste,

Oli: für dieses Objekt, für alles, was da im Umfeld ist. Wir reden hier von Feuer.

Oli: Wir reden schlichtweg von Temperaturen, die abseits des menschlich Erträglichen

Oli: sind, wenn sie außer Kontrolle geraten.

Oli: Ich persönlich bin in vielerlei Hinsicht natürlich auch immer experimentierfreudig,

Oli: aber hier reden wir von einem in meinen Augen viel zu gefährlichen Gerät,

Oli: das nicht in die Hände von mobilen Dienstleistern ohne Schulung und Qualifikation gehört.

Oli: Definitiv. Und das ist für mich eine Grenze, die ist überschritten,

Oli: wenn ich sowas leicht, glaube ich, einsetze.

Oli: Und warum ich das so emotional und vehement formuliere, ist ganz einfach die

Oli: Tatsache, was mich dermaßen ankotzt, wenn ich von Kollegen sehe,

Oli: die Bilder posten mit solchen Geräten, wo ich sehe, das steht auf einem Parkettboden.

Oli: Lassen wir außen vor, dass sie unten relativ kalt sind. Da ist oben drüber eine

Oli: Stuckdecke oder da ist oben drüber eine abgehangene Decke.

Oli: Und dann steht das Ding anderthalb Meter neben einem hölzernen Klavier mit einer

Oli: Wandvertefelung und dann sehe ich Videos wie Brautpaare fast in den Funkentanzen.

Oli: Ganz ehrlich, da hört bei mir alles auf. Diese Kollegen gehören verboten. Punkt.

Oli: Das ist in meinen Augen absolutes No-Go und da bin ich sowas von dermaßen empfindlich, wenn ich sowas sehe.

Stefan: Finde ich gut, dass du das so siehst und ich glaube ergänzend kann man da eigentlich

Stefan: nur noch, Unwissenheit schützt halt vor so einem Unglück und auch vor Strafe nicht.

Stefan: Und das gilt nicht nur für Kaltfeuerwerk. Es gibt so viele Dinge in unserer

Stefan: Branche, die durch Unwissenheit gemacht werden, weil ich bin mir sicher,

Stefan: dass kein Kollege mit Absicht seine Kunden in Gefahr bringt.

Stefan: Also das würde ich wirklich niemandem zutrauen.

Stefan: Man macht sich keine Gedanken darüber.

Stefan: Man ist als Laie irgendwie, kauft man sich ein Kaltfeuerwerk,

Stefan: überall steht Kaltfeuerwerk, niemand liest Bedienungsanleitungen,

Stefan: baut sich das Ding auf und ist sich der Gefahr überhaupt nicht bewusst,

Stefan: so lange bis dann halt mal wirklich was passiert.

Oli: Aber genau da liegt doch der Punkt, wir wollen uns alle als professionelle Dienstleister darstellen.

Oli: Und das ist auch per Definition die Schwierigkeit, dass die wenigsten sich damit

Oli: auseinandersetzen, wie viel Verantwortung in dem steckt, was wir da wirklich

Oli: tun, wie viel Verantwortung wir gegenüber der Stimmung,

Oli: den Gästen und auch, und das müssen wir klar sagen, in der Sicherheit haben.

Oli: Und das wissen meines Erachtens nach viel zu wenig Kollegen,

Oli: dass wir uns mit mehreren Dingen zeitgleich auseinanderzusetzen haben.

Oli: Und da gehört Sicherheit und Brandschutz und Co.

Oli: Gehört dazu. Und das geht weiter. Du hast angesprochen, Rettungsdecke,

Oli: äh, Rettungsdecke ist auch schon eine Feuerlöschdecke dazu.

Oli: Das ist auch für mich rein subjektiv einfach eine Schutzmaßnahme,

Oli: die ich getroffen habe, auch auf deinen Raten hin.

Oli: Du hast mal angesprochen, das Brandschutzkonzept in den Locations ist darauf

Oli: ausgelegt, wenn, sagen wir mal, wenigstens die Gäste vielleicht noch drin sind,

Oli: aber niemals auf die Technik, die ein Dienstleister mitbringt.

Oli: Oder in den seltensten Fällen.

Oli: Hat mich eben zu dem geführt, dass ich auch für mich einen Pulverlöscher immer

Oli: dabei habe, einfach unterm Tisch stehen haben.

Oli: Das ist das eine. Aber Fakt ist eins, ich finde, dass neben der Unwissenheit

Oli: in viel zu vielen Fällen und das muss ich deutlich so sagen,

Oli: viel zu viel Naivität dazu kommt,

Oli: wird schon alles gut gehen, machen die anderen ja auch und das ist der Punkt,

Oli: den ich nicht verstehe, machen die anderen ja auch.

Oli: Eben weil es die anderen machen, sollte man vielleicht mal hinterfragen,

Oli: warum und ist das wirklich alles so richtig.

Oli: Wir reden, wie gesagt, ich bin bei keinem Thema so extrem emotional und so vehement,

Oli: weil hier reden wir von Feuer, wir reden von der höchstmöglichen Risikogefahr,

Oli: die von uns als Dienstleister ausgehen kann.

Oli: Und da gehört es dazu, dass wir uns aufklären gegenseitig und dass wir verdammt

Oli: nochmal aufhören, uns gegenseitig was in die Tasche zu hauen,

Oli: von wegen, ja, ich stelle das hier, ja, ich achte immer auf alles,

Oli: hört auf, mit dem Scheiß sowas zu behaupten.

Oli: Wenn ich solche Bilder sehe, könnte mir das kotzen.

Oli: Da kommt mir richtig das kotzen und ich möchte nicht alle über einen Kamm stellen.

Oli: Es gibt viele Dienstleister, wo ich das sehe, schön, Open-Air-Bühne,

Oli: links und rechts, 5 Meter Abstand zur Hauptbühne,

Oli: alles schön und gut, das ist in Ordnung und das sind meistens tatsächlich die

Oli: Dienstleister, die auch als Verleiher unterwegs sind, die als Veranstaltungstechniker

Oli: ausgebildet sind, aber der reine Mobil-DJ, da habe ich selten Fälle gesehen,

Oli: wo die Dinger überhaupt hätten eingesetzt werden dürfen.

Oli: Da hört es bei mir auf, ganz ehrlich.

Stefan: Das kann ich voll bestätigen auch. Die Videos, die ich mir so anschaue,

Stefan: wenn es Bakula im Einsatz ist, da kraut es mir als echt davor,

Stefan: wo ich mir denke, okay, das war jetzt mehr Glück als Verstand,

Stefan: dass da nichts passiert ist.

Oli: Absolut. Und jetzt kommt das nächste noch dazu, das ist jetzt weniger sicherheitsrelevant,

Oli: aber ich habe von einem Kollegen gehört oder nicht von dem Kollegen,

Oli: sondern von einem Brautpaar, das hinterher bei mir gesessen hat.

Oli: Kurios, das kommt ab und zu vor, dass Brautpaare bei mir sitzen,

Oli: die sich vorher im Angebot gegen mich entschieden haben, weil vielleicht ein

Oli: Kollege günstiger oder weil der vielleicht, der hatte Sparkling-Effekte.

Oli: Wow, deswegen wollen wir den haben. Whatever.

Oli: Und dann saß ein Brautpaar bei mir und hat gesagt, die haben den Dienstleister

Oli: sogar auf Schadensersatz verklagt.

Stefan: Oh krass.

Oli: Zwei Meter, links und rechts und es war klar, war abgesprochen,

Oli: hat groß angebrüßt und ich habe hier Funkenmaschinen, die sehen total geil aus,

Oli: auch für den Fotografen, für den Videografen und Ende vom Lied war,

Oli: es wurde nicht mal vorbereitet,

Oli: pass auf, dann und dann mache ich das an und hier und solltet ihr euch in dem

Oli: Bereich bewegen, das gehört dazu, dass du den Brautpaar bei einem Eröffnungstanz dann auch sagst,

Oli: wie weit sie gehen dürfen.

Oli: Die waren am Rande der Tanzfläche, es gibt ein Video davon, das habe ich gesehen,

Oli: waren am Rande der Tanzfläche, nicht mal einen Meter von so einem Effekt entfernt

Oli: und dann stand der Bräutigam gerade mit dem Rücken zu diesem Effekt.

Oli: Das Ding geht an, senkt ihm hinten seinen Anzug an und die drehen sich natürlich vor Schreck weg.

Oli: Das war natürlich dann versaut, diese Choreografie.

Oli: Und das war die eine Situation, das hat Stress gegeben und im Nachhinein,

Oli: und das ist jetzt weniger der Sicherheitsaspekt, den ich meinte,

Oli: sondern dann kam die Braut auch noch auf den Trichter. Jetzt gucke ich mir das

Oli: Kleid nochmal an und das hatte ich vorhin gesagt, der Dreck.

Oli: Das Kleid war an einigen Stellen so rußschwarz oder grau, abgegraut,

Oli: ekelhaft, sah scheiße aus.

Oli: Zerstör der Braut mit dem scheiß Matters Kleid. Du hast alles versaut damit.

Oli: Du brauchst dich als DJ in der ganzen Familie, in dem ganzen Freundeskreis nicht mehr blicken lassen.

Oli: Das war Fakt in dem Fall. Und die haben den tatsächlich zur Rechenschaft damit

Oli: gezogen, ich weiß nicht, was daraus geworden ist.

Oli: Ich kann das nicht bestätigen oder dementieren, ob die da wirklich das Geld gekriegt haben.

Oli: Ich gehe aber davon aus, dass das mächtig Ärger gegeben hat.

Oli: Und wir reden jetzt von einem angesenkten Anzug und einem verdreckten Brautkleid.

Oli: Und ich glaube, das war sogar gemietetes Kleid, deswegen war es da so schwierig.

Stefan: Ja, also ich hatte, das ist auch was, und da muss ich auch vielleicht euch ein

Stefan: bisschen ins Gewissen sprechen.

Stefan: Ich hatte nämlich vor zwei Jahren, zweieinhalb Jahren ungefähr auch den Fall,

Stefan: dass ich vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.

Stefan: Also ich war auf einer Veranstaltung, auf einer Hochzeit auch.

Stefan: Und das Brautbad hat unabhängig von mir dieses Bar-Kohle-Effekte bei einem anderen

Stefan: Technikdienstleister gemietet.

Stefan: Und der hat die da aufgebaut und auf dem Boden auch Markierungen gemacht, wo die stehen.

Stefan: Und ja, ich sollte die dann bedienen. Und ich habe das auch gemacht.

Stefan: Also das wäre jetzt nicht das Problem, aber da war nämlich genau der Punkt,

Stefan: die wollten eigentlich, dass während dem kompletten Hochzeitstanz der Spakula-Effekt

Stefan: an ist. Und da habe ich gesagt, nee.

Stefan: Ihr könnt mir jetzt eine Stelle sagen, an dem ich den Spakula-Effekt anmache

Stefan: und da mache ich das für die Dauer, wie er auslöst.

Stefan: Nämlich 10 Sekunden ist es glaube ich, 10-15 Sekunden maximale Spieldauer.

Stefan: Und das war's. Mehr mache ich nicht. Weil da waren die Decken sehr niedrig.

Stefan: Die haben das auch abgeklärt. Da war Brandmeldeanlage extra abgeschaltet und so für den Bereich.

Oli: Das ist ja auch nochmal so eine schwierige Geschichte. Aber das würde jetzt,

Oli: glaube ich, den Rahmen sprengen.

Stefan: Das würde den Rahmen sprengen, aber Leute, seid da auch mal konsequent,

Stefan: ja, und sagt dann so, nee, wenn das gemacht wird, dann wird es aber so und so

Stefan: gemacht, weil, ne, Punkt, Punkt, Punkt.

Stefan: Und so habe ich das auch gemacht und ich meine, die waren in dem Moment dann ein bisschen stinkig.

Stefan: Ich habe gesagt, hey, für eure Bilder und so werden wir auf jeden Fall,

Stefan: es wird coole Bilder geben.

Stefan: Das reicht aus dem Fotograf, wenn der ein paar Sekunden das Ding hat,

Stefan: aber ich kann das nicht den ganzen Tanz laufen lassen, weil,

Stefan: und das habe ich gesagt, Schaut euch da oben die Decke an.

Stefan: Die ist zwar brandhemmend, aber wenn ich hier permanent mit diesen heißen Partikeln

Stefan: drauf schieße, dann fängt die an zu brennen. Das war mir klar.

Stefan: Das waren diese Paneele, diese Deckenpaneele, die es da gibt.

Oli: Ich würde einen Punkt nochmal ergänzen. Wir bleiben jetzt mal im Schwerpunkt Hochzeiten.

Oli: Auf Hochzeiten sind in, ich würde bald sagen, 90 Prozent der Fälle immer Kinder anwesend.

Oli: Und ich möchte einen unserer Kollegen sehen, der die einsetzt.

Oli: Ich möchte einen sehen, der es schafft, ein solches Gerät gegen Kinder auf einer

Oli: mobilen Veranstaltung auf Hochzeiten so abzusichern,

Oli: dass dieses Kind es nicht schaffen würde, mit dem Finger oben in die Mündung

Oli: reinzugehen, weil das ist ja schon allein die Gefährlichkeit an sich,

Oli: weil da entsteht ja auch schon Hitze.

Oli: Und das ist ähnlich wie übrigens auch wieder die Brücke zu Nebelmaschinen, Hasern.

Oli: Auch da, die Düse, diese Geräte müssten gegen den Zugang abgesichert werden, besonders Kinder.

Oli: So, dass die nicht mal daran krabbeln könnten, weil die Düse ist verdammt heiß.

Oli: Und das ist bei den Sparkula-Effekten noch extremer.

Oli: Und klar kommen mir jetzt einige Kollegen um die Ecke, ja, ich stelle da immer

Oli: ein Dreibein drüber oder ich stelle da immer eine Sichtschutzpalisade davor.

Oli: Aber Fakt ist auch eins, wenn es zu einem Zwischenfall kommt,

Oli: keine Versicherung, keine Ermittlungsbehörde oder whatever würde euch jemals

Oli: dafür das anrechnen, dass ihr irgendwas drum gestellt habt.

Oli: Es muss, und das ist klar, solche Gefahrenquellen müssen so abgesichert sein,

Oli: dass selbst der blödeste Idiot da nicht rankommt.

Oli: Das bedeutet auch, dass er nicht irgendwas wegnehmen kann, um da reinzufassen. Punkt. Gut.

Stefan: Dem ist nichts hinzuzufügen. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Oli: Ich sehe schon, komm, wir kriegen so viel Hate dafür. Wir kriegen so viel Hate.

Stefan: No, nee, ich glaube, unsere Zuhörer sind da schon, glaube ich, sehr reflektiert.

Stefan: Ich glaube, dass es viele geben wird, die sagen, oh, habe ich mir nie Gedanken

Stefan: drüber gemacht, werde ich jetzt anders machen.

Stefan: Aber ich glaube nicht, dass wir da Hate für bekommen.

Oli: Okay, dann bringen wir das so zum Abschluss und wir hören uns beim nächsten Mal in diesem Sinne.

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